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Carrier wollen Abschaltung von KPNQwest-Netz herauszögern

25.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Bemühungen, den Netzbetrieb bei dem insolventen Carrier KPNQwest aufrecht zu erhalten, gehen in eine neue Runde: Der niederländische TK-Konzern KPN will zusammen mit anderen Carriern mindestens bis zum 1. Juli die Abschaltung von drei der wichtigsten acht Teile des KPNQwest-Netzes verhindern. Wie KPN weiter mitteilte, haben die Konkursverwalter dem Plan bereits zugestimmt. Außerdem wiesen die Niederländer Meldungen zurück, wonach KPN seiner Konzerntochter noch Geld schulde: KPN habe bereits wenige Tage nach der Insolvenz von KPNQwest Ende Mai 3,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um den Netzbetrieb aufrecht zu erhalten. Den Gläubigerbanken warf der Carrier vor, seine Bemühungen zur Rettung von KPNQwest behindert zu haben.

Das Bankenkonsortium unter Führung der Citigroup und ABN Amro will wiederum eine Untersuchung gegen den insolventen Netzbetreiber einleiten. Presseberichten zufolge hegen die Banken den Verdacht, dass KPNQwest unter Mitwirkung der beiden Konzernmütter KPN und Qwest die Bilanzen geschönt und damit die Insolvenz herausgezögert habe. So Auf der anderen Seite strebt ein Untersuchungen um die Geschäftsbeziehungen zwischen KPNQwest und den Hauptanteilseignern KPN und Qwest an. Ihnen wird vorgeworfen, die Bilanzen von KPNQwest gegenüber Investoren beschönigt zu haben. So hätten die Kreditinstitute eine erhebliche Diskrepanz zwischen den liquiden Mittel Mitte März und Mitte April festgestellt.

Unterdessen gelang es den Konkursverwaltern, mit der Wiener Risikokapitalgesellschaft Global Equity Partners und der Volksbank Investmentbank AG ins Geschäft zu kommen. Die beiden Unternehmen übernahmen sämtliche Aktivitäten von KPNQwest Austria GmbH zu einen nicht genannten Betrag. In einer aktuellen Pressemitteilung hieß es, mit dem Kauf sei die Fortführung der gesamten bisherigen Aktivitäten und Leistungen für die KPNQwest-Kunden gesichert. Das Unternehmen soll unter der alten Marke Eunet weitergeführt werden und einen Grossteil der Mitarbeiter übernehmen. (mb)