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Neues aus der Welt des Scientific Computing

Cactus löst Einstein-Gleichungen global

14.12.1998
Von Michael Hufelschulte
Neues aus der Welt des Scientific Computing

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auf dem 15. DV-Benutzertreffen der Max-Planck-Institute wurde in diesem Jahr zum sechsten Mal der nach einem der Pioniere der Datenverarbeitung benannte und von der Computerindustrie geförderte Heinz-Billing-Preis für herausragende Leistungen im Bereich des wissenschaftlichen Rechnens verliehen. Über die 5000 Mark Preisgeld darf sich heuer Dr. Edward Seidel vom Albert-Einstein-Institut der Max-Planck-Gesellschaft freuen. Er hat mit "Cactus" einen neuen Typus von Computercode geschaffen, der die kooperative Lösung komplexer numerischer Gleichungssystems (etwa die Integration der Einsteinschen Gleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie) auf weltweit verteilten Superrechnern ermöglicht. Auf diese Weise war es erstmals gelungen, die Kollision von Neuronensternen numerisch zu verfolgen und die Berechnung

von Bosonensternen in Angriff zu nehmen. Dabei arbeiteten mehrere in Deutschland und den USA verteilte Supercomputer vom Typ "Cray T3E" parallel am gleichen Problem.