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Cable & Wireless gerät weiter unter Druck

12.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der britische Carrier Cable & Wireless (C&W) wird am Mittwoch offenbar neben seinen Halbjahreszahlen auch Details einer umfangreichen Restrukturierung bekanntgeben. Wie die britische Zeitung "The Guardian" auf ihrer Website berichtete, plant das Londoner Unternehmen, wegen der hohen Verluste im Bereich für weltweite Datendienste (C&W Global) 3000 Stellen zu streichen und eine Abschreibung von knapp 1,6 Milliarden Euro vorzunehmen. Der Großteil des Jobabbaus dürfte dem Artikel zufolge in den US-Niederlassungen stattfinden. CEO Graham Wallace werde aber erneut bekräftigen, dass der Geschäftsbereich am Leben erhalten bleibe, hieß es. Der Unternehmenschef gehe davon aus, dass C&W Global bis Ende des kommenden Geschäftsjahres profitabel wird.

Cable & Wireless habe schon im September eine Umstrukturierung der Sparte angekündigt, Details davon werden nun am Mittwoch präsentiert, kommentierte Firmensprecher Peter Eustace den Bericht. Bei den Zahlen, die derzeit in der Presse kolportiert werden, handle es sich dagegen um reine Spekulation, so Eustace. C&W hatte im September gewarnt, dass der Umsatz der defizitären Sparte im zweiten Halbjahr (Ende: 30. September) um sechs Prozent hinter den Einnahmen im Vorjahreszeitraum zurückbleiben werde. Zuvor hatte der Carrier noch einen Zuwachs von bis zu zehn Prozent in Aussicht gestellt.

Die Briten hatten den Bereich für teures Geld ins Leben gerufen, unter anderem durch die Übernahme der Hosting-Firmen Exodus und Digital Island für über eine Milliarden Dollar. Obwohl zwischen Dezember 2000 und Mai 2002 die Zahl der Mitarbeiter in der Sparte um über 8.000 auf 12.000 Angestellte gesunken ist, schreibt Global jedoch weiter Verluste. Experten schätzen, dass der Bereich C&W jährlich rund 1,26 Milliarden Euro kostet. (mb)