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CA mit gemischten Ergebnissen

24.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die US-Softwareschmiede Computer Associates (CA) hat für ihr erstes Fiskalquartal 2002 zweifach bilanziert. Nach der allgemein anerkannten US-GAAP-Methode (Generally Accepted Accounting Principle) steht unter dem Strich ein Nettoverlust von 342 Millionen Dollar oder 59 Cent je Aktie. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum machte das in Islandia, New York, ansässige Unternehmen noch einen Profit von 23 Millionen Dollar oder vier Cent pro Anteilschein. Der Umsatz ging gegenüber dem Vorjahr um 37 Prozent auf 713 Millionen Dollar zurück.

Nach der von CA bevorzugten neuen Bilanzierungsmethode, bei der Umsätze nicht komplett bei Vertragsabschluss, sondern kontinuierlich über die Vertragslaufzeit verteilt gebucht werden, kommt die Company auf einen Gewinn von 323 Millionen Dollar oder 55 Cent je Aktie. Das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 61 Prozent (Q1 2001: 201 Millionen Dollar oder 33 Cent pro Aktie). Analysten hatten im abgelaufenen Berichtszeitraum nach der neuen Lesart einen Profit von nur 48 Cent je Aktie erwartet. Der Umsatz legte um neun Prozent auf 1,44 Milliarden Dollar zu.

CA erwartet im zweiten Fiskalquartal einen Gewinn von 53 Cent je Aktie - nach der neuen Bilanzierungsmethode. Die Gesamteinnahmen für das Geschäftsjahr 2002 sollen auf 2,12 Milliarden Dollar steigen (2001: 1,61 Milliarden Dollar).

Der Großinvestor Sam Wyly, der sich derzeit zusammen mit der texanischen Gesellschaft Ranger Governance darum bemüht, die Kontrolle über den CA-Verwaltungsrat und damit über die Firmenleitung zu gewinnen (Computerwoche online berichtete), kritisierte die neue Bilanzierungsart: Die neuen Vertragsabschlüsse könne man nur als "anämisch" bezeichnen. Hier seien die Erlöse mit 502 Millionen Dollar deutlich unter den einst von CA prognostizierten Einnahmen von 600 Millionen Dollar geblieben.