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CA holt zum Gegenschlag aus

25.06.2001
Sanjay Kumar, Chef von Computer Associates (CA ), wehrt sich gegen eine texanische Investment-Gesellschaft, die die Management-Kontrolle über das Softwarehaus erlangen will.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das US-Softwarehaus Computer Associates (CA), über das eine texanische Investment-Gesellschaft die Management-Kontrolle erlangen will, wehrt sich nach Kräften: Am heutigen Montag wird CA voraussichtlich zwei neue Verwaltungsmitglieder benennen und das Gremium auf insgesamt zehn Personen aufstocken. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Zudem veröffentlichte das Unternehmen ein Statement auf seiner Website, wonach Walter Haefner, der mit einem 21-prozentigen Anteil der größte Aktionär von CA ist, voll und ganz hinter dem Verwaltungsrat und der Führungsspitze von CA steht. Mit dieser Aktion will die Software-Company die texanische Investorengruppe Ranger Governance in die Schranken weisen, die den CA-Verwaltungsrat neu besetzen und damit die Kontrolle über die Firma übernehmen will

(Computerwoche online berichtete).

Initiator der Attacke ist Sam Wyly, dessen ehemaliges Unternehmen Sterling Software im vergangenen Jahr für 3,9 Milliarden Dollar an CA verkauft wurde. Ein Übernahmevorschlag soll den Aktionären des in Islandia, New York, ansässigen Unternehmens während der jährlichen Hauptversammlung im August vorgelegt werden. Laut Wyly hat CAs "Kultur der Angst und Einschüchterung" Kunden, Angestellte und Aktionäre missbraucht und verschreckt. Auf der Homepage von Ranger Governance haben die Umstürzler in einer 35-seitigen Powerpoint-Präsentation (445 K) ihre Hauptanklagepunkte gegen das derzeitige Management-Team der Softwareschmiede gesammelt. Darin heißt es unter anderem, 41 Prozent der CA-Kunden seien mit dem Unternehmen unzufrieden, sechs Prozent sogar besonders unzufrieden. Ferner würden 46 Prozent der Klienten ihren Vertrag mit CA lösen, wenn sie könnten. Laut Ranger

Governance würden 36 Prozent CA nicht weiterempfehlen wollen.

Diese Vorwürfe hat CA auf seiner Website zurückgewiesen. Die Company nehme Kundenzufriedenheit sehr ernst. Zudem spreche der hohe Aktienkurs für das Unternehmen, der in den vergangenen sechs Monaten um 72 Prozent gestiegen sei. Über die vergangenen fünf Jahre ist der Kurs von CA jedoch im zweistelligen Prozentbereich gefallen. Die einzigen Aktionäre, die in diesem Zeitraum Geld verdienten, waren laut Wyly CA-Chairman Charles Wang und der CEO Sanjay Kumar.