IT-Manager wetten

Business-Apps statt Lohntüten

17.03.2016
Von Frank Riemensperger

Wir werden die smarten Funktionen unseres Zuhauses über unser Handy regeln. Unsere Freizeit wird mithilfe von Apps verplant. Elektronisch sorgen wir für unsere Mobilität und unsere Gesundheit. Die Organisation der Finanzen ist ohne digitale Hilfe ohnehin bald kaum noch denkbar.

Für viele Unternehmen sind solche Living Services das Mittel der Wahl zur digitalen Kundenbindung und als Marketing- und Verkaufsplattform ihrer Produkte von höchster Bedeutung. Für Einzelhändler, Markenartikelhersteller oder Dienstleister gilt: Wer die höchste Markenpräsenz in diesen Living Services erobert, führt den Wettbewerb an.

Die deutsche Industrie denkt in Prozessen und Produkten

Deutschland - aus Sicht der Business-App-Anbieter gesehen - schaut bei dieser Entwicklung weitgehend zu. Zu den deutschen Leitindustrien gehören die Automobilproduktion, der Maschinen- und Anlagenbau, die Chemie oder die Logistikbranche. Engineering und Produktion sind klar im Fokus.

Den Endverbraucher digital zu packen ist eher eine Spezialität der Amerikaner. Das heißt aber keineswegs, dass die Digitalisierung in der deutschen Wirtschaft mit einer geringeren Wertschätzung betrieben wird. Die Chancen sind auch in der deutschen Industrie erkannt worden. Industrie 4.0 und Smart Services sind in aller Munde. Allerdings: Die hiesigen Top-Konzerne denken aus der Fertigung kommend. Für sie geht es um die Digitalisierung der Produkte und des Fertigungsprozesses.

Die Amerikaner hingegen haben ganz neue digitale Kundenerlebnisse im Fokus - oft werden dadurch auch die Produkteigenschaften neu definiert; während unsere Ingenieure etwa die digitale Steuerung des Fahrzeugs optimieren, denkt das Silicon Valley darüber nach, welche Kun­denerlebnisse im autonom fahrenden Auto möglich sind. Ist der Fahrer doch nicht mehr mit dem Fahren selbst beschäftigt und kann während der Beförderung (digital) konsumieren.