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Bundesweite Razzia: Polizei zerschlägt Tauschring für Kinderpornos

11.01.2006
In einer bundesweiten Aktion hat die Polizei einen Internet-Tauschring für Kinderpornos zerschlagen. Dabei wurden 114 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht und umfangreiches Material sichergestellt. Die Ermittlungen unter Federführung des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA) richten sich gegen 111 Mitglieder einer internationalen Plattform im Internet, die massenhaft kinderpornografische Bilder verbreitet haben soll. nach Angaben der Behörden haben bereits 33 Tatverdächtige Geständnisse abgelegt.

Das Forum habe Mitte Oktober 2004 fünf Tage existiert, bevor es der Provider bemerkte und daraufhin sofort sperrte. Allein in dieser Zeit meldeten sich jedoch weltweit fast 1500 Mitglieder an. In den fünf Tagen wurden fast 3000 Bilddateien eingestellt, etwa 2700 davon stuften die Ermittler als kinderpornografisch ein.

"Für die kurze Zeit, die die Newsgroup geöffnet war, waren es sehr viele Mitglieder", sagte LKA-Sprecher Dieter Karlowsky. "Man muss sehen, wie schnell sich das in so kurzer Zeit herumspricht." Die deutsche Beteiligung sei aber mit gut 100 Leuten nicht allzu hoch gewesen. Bei den mehr als 1000 ausländischen Tatverdächtigen seien die jeweiligen Staaten informiert worden. Sie kümmerten sich unabhängig von den deutschen Ermittlungen um die Fälle.

Das Forum war den Angaben zufolge nicht gewerblich. Die Mitglieder hätten sich dort gezielt zum Tauschen und Verbreiten von kinderpornografischen Bilddateien getroffen, erklärte die Polizei. Da es sich um eine öffentliche Plattform handelte, habe jedes Mitglied gewusst, dass es ausschließlich um die Verbreitung von Kinderpornografie ging. Jedes Mitglied, das die Möglichkeit des Herunterladens dieser Dateien nutzte, habe sich bereits wegen Besitzes von Kinderpornografie strafbar gemacht.

Die Polizei war dem Tauschring durch den Provider mit Sitz im Landkreis München auf die Spur gekommen, der Anzeige erstattet hat. Insgesamt wurden bei der Durchsuchungsaktion bisher bundesweit 177 Computer, 158 externe Geräte wie Festplatten und CD-Brenner, mehr als 9400 CDs und DVDs, 1500 Disketten und mehr als 1000 Videokassetten sichergestellt. (dpa)