Bericht

Bundesregierung zahlt Millionen für Elon Musks Starlink-Internet-per-Satellit

04.06.2021
Von 
Hans-Christian Dirscherl ist Redakteur der PC-Welt.
Elon Musk bekommt vermutlich bis zu 100 Millionen Euro von der Bundesregierung. Für schnelle Internetzugänge via Satellit. Die Details.

Die Bundesregierung wird offensichtlich Elon Musks Satelliten-basierten Starlink-Internetzugang subventionieren. Denn die Bundesregierung startet ein Unterstützungsprogramm für Satelliten-Internet in ländlichen Gegenden. Bereits in wenigen Wochen soll das Programm starten, wie das Handelsblatt berichtet. Dann sollen berechtigte Haushalte einen 500-Euro-Gutschein für den Kauf der nötigen Hardware wie zum Beispiel der Satellitenschüssel erhalten.

Profitiert Starlink-Betreiber Elon Musk von von der neuen Breitbandinitivative?
Profitiert Starlink-Betreiber Elon Musk von von der neuen Breitbandinitivative?
Foto: Naresh777/Shutterstock.com

Anbieter für einen Internetzugang via Satellit sind in Deutschland dünn gesät. Starlink, das von Elon Musks Weltraumunternehmen Space X aufgebaut wird, ist die prominente Ausnahme. Deshalb dürfte das Förderprogramm der Bundesregierung vor allem Starlink zugutekommen. Ein anderer Anbieter für Internet via Satellit ist zum Beispiel SkyDSL.

Konkret sollen nach bisher offiziell nicht bestätigten Angaben 200.000 berechtigte Haushalte vom Bundesverkehrsministerium jeweils 500 Euro bekommen. Sofern für alle diese 200.000 Haushalte 500-Euro-Gutscheine in Satellitenschüsseln von Starlink investiert werden, würde Musks Unternehmen 100 Millionen Euro einstreichen.

Laut dem Handelsblatt hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Elon Musk getroffen, als Musk seine Gigafactory-Baustelle in Grünheide (Brandenburg) besichtigt hatte. Dort haben der Minister und der Unternehmer offensichtlich darüber gesprochen, wie bisher unterversorgte Teile Deutschlands endlich mit einem leistungsfähigen Internetzugang versorgt werden könnten.

So viel kostet Starlink

Wer sich für Starlink entscheidet, bekommt ein Starterpaket mit dem Starlink-Satelliten-Receiver, einen Router, ein Netzteil und weitere Hardware. In Deutschland zahlen Sie 499 Euro für dieses Starterpaket zuzüglich 59 Euro Versandkosten. Diese Kosten werden also großenteils durch den 500-Euro-Gutschein vom Bundesverkehrsministerium abgedeckt.

Dazu kommen aber noch 99 Euro monatliche Nutzungsgebühr. Diese monatlichen Anschlusskosten für den Internetzugang via Satellit muss jeder Haushalt selbst bezahlen. Hierfür gibt es keinen Zuschuss vom Staat. Sie können sich hier für Starlink anmelden.

Das Ministerium nennt keine Details

Soweit die Theorie. Doch wer darf sich ab wann konkret wo für den Zuschuss bewerben? Welche Voraussetzungen müssen für den Zuschuss erfüllt sein? Wo gibt es den Förderantrag? Dazu fragten wir beim Bundesverkehrsminsterium (BMVI) nach. Das Ministerium erklärte, dass das BMVI eine Ergänzung zum jüngst gestarteten Graue-Flecken-Förderprogramm plane, mit der der Internetzugang in abgelegenen Rand- und Einzellagen kurzfristig verbessert werden könne. Die geplante Förderung sei Technologie-neutral angelegt und offen für alle Anbieter mit geeigneten Lösungen. Gefördert werden sollen nicht-leitungsgebundene Internetanschlüsse, etwa per Satellit oder Richtfunk.

Die Ressortabstimmung zu dem Gutscheinprogramm sei derzeit aber noch nicht abgeschlossen. Aus diesem Grund gebe es noch keine konkreten Informationen. Diese seien erst mit Abschluss dieser Gespräche möglich. Fest stehe derzeit nur eines: „Bezuschusst werden sollen die Ausgaben für die Anschaffung der technischen Ausrüstung und Installation. Die monatlichen Kosten für die Nutzung des Anschlusses werden vom Zuschuss nicht erfasst sein“. (PC-Welt)