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Bundesregierung weist Müllers Wechsel an die Telekom-Spitze zurück

22.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Spekulationen um den neuen Chef an der Spitze der Deutschen Telekom AG reißen nicht ab: Die Wochenzeitung "Rheinischer Merkur" berichtete vergangenen Donnerstag, Bundeskanzler Gerhard Schröder habe sich bemüht, den scheidenden Wirtschaftsminister Werner Müller als Nachfolger von Ron Sommer ins Gespräch zu bringen. Am 14. November wolle sich die Telekom mit der Personalie befassen, hieß es in dem Blatt. Ein Sprecher der Bundesregierung wies die Behauptungen gegenüber der COMPUTERWOCHE zurück: "An der Sache ist nichts dran. Die Geschichte entbehrt jeglicher Grundlagen." Über Auswahl und Berufung des Kandidaten entscheide der Aufsichtsrat des Unternehmens.

Weitere Kandidaten für den Telekom-Chefsessel sind laut Wochenzeitung Jens Adler von Swisscom und Gottfried Dutiné von Philips. Erst gestern dementierte Infineon-Chef Ulrich Schumacher Spekulationen, wonach er an die Spitze des TK-Konzerns wechseln sollte. Inzwischen kommt auch aus den eigenen Reihen Kritik an der Kandidatensuche: Wilhelm Wegner, Aufsichtsratsmitglied und Betriebsratschef der Deutschen Telekom AG, hatte Hans-Dietrich Winkhaus, den Vorsitzenden des Aufsichtrats, vergangene Woche öffentlich zum Rücktritt aufgefordert. Wegner warf dem Aufsichtsratschef vor, für die "dilettantische" Art und Weise verantwortlich zu sein, wie der Konzern nach einem potenziellen Kandidaten für die Ablösung des Interims-Vorsitzenden Helmut Sihler suche. (km)