Abdeckung laut Funkloch-App

Bundesnetzagentur veröffentlicht Funkloch-Karte

08.11.2019
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Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Die Bundesnetzagentur hat eine erste Karte mit den bisherigen Ergebnissen ihrer Funklock-App veröffentlicht. Die Karte soll im Detail zeigen, wie gut die Mobilfunkverbindungen in Deutschland sind und wo es Funklöcher in welchen Netzen gibt.

So nutzen Sie die Funkloch-Karte: Gehen Sie auf breitbandmessung.de/kartenansicht-funkloch und geben Sie rechts oben den Ort ein, für den Sie wissen wollen, welche Mobilfunkverbindungen dort zur Verfügung stehen. Auf der sich dann aufbauenden Karte sehen Sie ziemlich granular, wie gut die Netzabdeckung ist. Die Karte mit den Ergebnissen der Messungen ist in Waben unterteilt, die in neun Zoomstufen verändert werden können. Die Einfärbung der Waben bestimmt sich nach den gesetzten Filtern. Denn Sie können über das Auswahlmenü am rechten Bildschirmrand entscheiden, ob für alle Netzbetreiber zusammen oder nur für Telekom, Vodafone oder Telefónica die Netzabdeckung angezeigt werden soll. Und Sie können sich anzeigen lassen, ob 2G, 3G oder 4G unterstützt werden. 5G wird noch nicht gelistet.

Bundesnetzagentur: Funkloch-Karte für Deutschland
Bundesnetzagentur: Funkloch-Karte für Deutschland
Foto: breitbandmessung.de/kartenansicht-funkloch

Allerdings müssen Sie bei der Nutzung der Karte beachten, dass Sie eben nur Ergebnisse für solche Punkte auf der Karte anzeigt bekommen, an denen die Funklock-App auch tatsächlich genutzt wurde. Ein weißer Flecken auf der Karte kann also auch einfach nur daran liegen, dass dort noch niemand die App genutzt hat. Außerdem kann die App die Qualität eines Netzes nur im Rahmen des Mobilfunkvertrags eines Nutzers erfassen. Sprich: Wenn jemand im Rahmen seines Mobilfunkvertrags nur 3G nutzen darf, dann erfasst die App auf diesem Smartphone eben keine Daten zur 4G-Abdeckung. Das muss man beim Betrachten der Karte also im Hinterkopf behalten.

Die Bundesnetzagentur weist ausdrücklich daraufhin, "dass die Messpunkte nicht gleichmäßig über das Bundesgebiet und auch nicht gleichmäßig innerhalb einer Wabe verteilt sind. Die Ergebnisse sind aussagekräftiger, je mehr Messpunkte von unterschiedlichen Nutzern hinterlegt sind. Die Ergebnisse können nach Regionen und Netzen variieren."

Die Unterschiede zwischen dem Netzausbau der einzelnen Mobilfunkprovider zeigen sich besonders im ländlichen Raum. Ein schönes Beispiel ist dafür die Gemeinde Riedlhütte im Bayerischen Wald. Wenn man sich nacheinander die Karte getrennt für Telekom, Telefonica und Vodafone anzeigen lässt, dürfte schnell klar werden, dass sich vor allem ein Anbieter für Bewohner in diesem Ort am Rande des Nationalparks Bayerischer Wald empfiehlt und dass aber auch vor allem ein Anbieter von den dortigen Bewohnern genutzt wird

Die Karten für die drei Mobilfunkanbieter zeigen untereinander die Abdeckung für den Ort Riedlhütte. Jeweils rechts oben in jeder Karte sehen Sie den Namen des dargestellten Providers.
Die Karten für die drei Mobilfunkanbieter zeigen untereinander die Abdeckung für den Ort Riedlhütte. Jeweils rechts oben in jeder Karte sehen Sie den Namen des dargestellten Providers.

Datenbasis der Funklock-App: Die Bundesnetzagentur hatte am 30. Oktober 2018 die um eine Netzverfügbarkeits- /Funklocherfassung erweiterte Breitbandmessung-App alias Funklock-App veröffentlicht. Die Breitbandmessung/Funkloch-App steht für Android und iOS kostenlos zur Verfügung. Laut der Bundesnetzagentur hat die App bisher knapp 160 Millionen Messpunkte übermittelt. Sie wurde im ersten Jahr rund 187.000-mal von Nutzern installiert. Mit der App können Nutzer protokollieren, ob ein Funkloch vorliegt, eine Mobilfunkanbindung verfügbar ist und welche Mobilfunktechnologie genutzt wird.

So nutzen Sie die App: Klicken Sie in der App auf die Schaltfläche "Netzverfügbarkeit erfassen". Ab diesem Moment erfasst die App in regelmäßigen Abständen von maximal 50 Metern, ob eine Netzabdeckung vorhanden ist – und ob sie durch 2G-, 3G- oder 4G-Technologie gegeben ist. Sobald Sie die Erfassung stoppen, werden die gesammelte Daten unter Angabe von Ort, Zeit und Mobilfunkanbieter an einen zentralen Server übermittelt. (PC-Welt)