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BT Group rüstet komplett auf IP-Netz um

11.06.2004

Der britische Telekommunikationskonzern BT Group hat den kompletten Umstieg auf eine IP-basierende Netzinfrastruktur bis 2009 angekündigt. Das Unternehmen sagt damit seinem klassischen Telefon- sowie Asynchronous-Transfer-Mode-Netz Lebewohl. Die Telekom-Tochter T-Com plant diesen Schritt bis zum Jahr 2012.

Das langfristige Ziel der BT Group ist, ab 2009 Sprach- und Datendienste nur noch über ein auf dem Internet Protokoll (IP) beruhendes Netzwerk anzubieten. Diese Infrastruktur soll dann wesentlich mehr als es heute der Fall ist Glasfaserverbindungen nutzen, so weit möglich sogar bis zum Endkunden. Laut Paul Reynolds, Chief Executive BT Wholesale, vollzieht die Company damit einen radikalen Strategiewandel hin zur Breitbandtechnik, wie er in der Welt ohne Beispiel sei. "Wir werden über ein Netz verfügen, auf dem vielfältige Services laufen und über mehrere Netze, über die unterschiedliche Dienste nur auf kompliziertem Wege laufen", erklärt Reynolds und erwartet ab 2008 jährliche Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro.

Der Netzaufbau wird zwischen 2004 und 2009 einen Großteil des jährlichen Budgets von 4,6 Milliarden Euro verschlingen. Allerdings kommt die Migrationsstrategie der BT Group nicht völlig überraschend, weil der Konzern von allen großen europäischen Exmonopolisten die älteste und schlechteste Netzinfrastruktur besitzt und deshalb in Zugzwang geraten ist. Die Deutsche Telekom hat es mit dem Komplettumstieg auf ein reines IP-Netz hingegen nicht so eilig, weil der Konzern sein Festnetz erst 1998 mit hohen Investitionen digitalisiert hat. Die Deutschen haben somit eine moderne Technik als die Briten im Einsatz und wollen Milliardenkosten für den Netzausbau möglichst lange umgehen. Roland Kittel, Technik-Vorstand der Festnetzsparte T-Com, hat jedoch auch schon relativ konkrete Migrationspläne. Er erwartet, dass die Telekom etwa bis 2012 ihr Netz komplett auf IP umgestellt hat. (pg)