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BSA: Weltweite Softwarepiraterie wieder leicht rückläufig

03.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Herstellerverband Business Software Alliance (BSA) veröffentlicht heute seine weltweiten Statistiken zu raubkopierter Business-Software für das Jahr 2002. Demnach waren im vergangenen Jahr 39 Prozent aller kommerziell genutzten Programme - die BSA rechnet dazu beispielsweise Office- und Antivirussoftware sowie Spezialanwendungen wie AutoCAD, nicht aber Spiele, private Finanzverwaltungen und andere Consumer-Titel - nicht legal lizenziert waren. Nach einem Rekordwert von 49 Prozent im Jahr 1994 war die von der BSA geschätzte Piraterierate bis auf 36 Prozent im Jahr 2000 stetig gefallen, für 2001 aber wieder auf 40 Prozent gestiegen.

Regional betrachtet wies Nordamerika im vergangenen Jahr mit 24 Prozent die geringste Piraterierate auf, Osteuropa mit 71 Prozent die höchste. Vietnam ist das Einzelland mit den meisten Raubkopien (95 Prozent), gefolgt von China (92 Prozent) sowie Indonesien, Russland und der Ukraine (alle 89 Prozent). Erhoben wurden die Daten im Auftrag der BSA von International Planning and Research. Übrigens: Auch wenn die Piraterierate 2002 weltweit zurückging, wuchs der dadurch verursache finanzielle Schaden gegenüber dem Vorjahr trotzdem an - teilweise aufgrund der gestiegenen Produktpreise.

Als wichtigste Quelle der Softwarepiraterie nannte Robert Holleyman, President und CEO (Chief Executive Officer) der BSA, wie gehabt den Kauf eine Applikation und deren anschließende Installation auf mehreren Rechnern. Von der Industrie gegen solches Vorgehen eingeführte Maßnahmen - beispielsweise Microsofts Produktaktivierung - seien noch nicht lange genug am Markt, um deren Effektivität einzuschätzen, so Holleyman. Die "Erziehungsmaßnahmen" der BSA (Broschüren, amnestierte Nachlizenzierungs-Kampagnen etc.) verbuchte ihr Chef als Erfolg. Seit dem vergangenen Jahr verwendet der Verband auch erstmals automatische Software, um das Internet und Peer-to-peer-Netze nach Raubkopien zu durchforsten. Zuvor mussten die Ermittler dies händisch erledigen.

Holleyman beklagte generell, dass mit der Verbreitung des Internet der illegalen Verbreitung von Software, Musik und Filmen Tür und Tor geöffnet worden sei. Rob Enderle von Forrester Research sieht das zumindet in puncto Software ein wenig anders - diese werde im Gegensatz zu den "Standalone-Produkten" Audio und Video immer häufiger mit technischem Support und regelmäßigen Updates verknüpft. Raubkopien seien ohne solche Services teilweise wertlos. (tc)