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Bruce Chizen wird neuer Adobe-Chef

15.12.2000
Nach 18 Jahren übergibt Adobe-Gründer John Warnock (60) das Zepter an Kronprinz Bruce Chizen (45). Zeitgleich verkündete die Softwareschmiede ein erfreuliches Jahresergebnis.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bei Adobe Systems geht eine Ära zu Ende: Firmengründer und "Postscript"-Erfinder John Warnock räumt den Chefsessel und macht Platz für den smarten Bruce Chizen (45), der schon seit einiger Zeit als "Kronprinz" für die Nachfolge gehandelt wurde. Warnock geht allerdings keineswegs in den Ruhestand: Er bekleidet künftig den (neu geschaffenen) Posten des Chief Technology Officer und bleibt außerdem Co-Chairman of the Board. Chizen wird ebenfalls Vorstandsmitglied.

Den Zeitpunkt für die Amtsübergabe hätte Adobe kaum besser wählen können - der auf Software für das grafische Gewerbe (inklusive Web-Design) spezialisierten Company geht es so gut wie lange nicht mehr. Für das gerade abgeschlossene vierte Fiskalquartal (Ende: 1. Dezember) meldete Adobe einen Nettogewinn von 79,2 Millionen Dollar oder 31 Cent pro Aktie. Das sind zwar 18 Prozent weniger als im Vorjahresquartal, allerdings lag der operative Gewinn mit 127,5 Millionen Dollar deutlich über Vorjahresniveau (90 Millionen Dollar). Abzüglich außergewöhnlicher Belastungen betrug der Quartalsgewinn 34 Cent pro Aktie und übertraf damit deutlich die Erwartungen der Analysten (laut First Call/Thomson 29 Cent je Anteilschein). Den Quartalsumsatz steigerte Adobe übers Jahr von 281,8 Millionen um 26 Prozent auf 355,2 Millionen Dollar.

Für das gesamte Geschäftsjahr 1999/2000 ergibt sich auf Basis von 1,27 Milliarden Dollar Umsatz ein Nettogewinn von 287,8 Millionen Dollar. Im vorhergehenden Fiskaljahr hatten Einnahmen und Profit 1,02 Milliarden Dollar respektive 237,8 Millionen Dollar betragen.