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Brocade bringt erste neue SAN-Switches

31.03.2004

Nachdem HP vergangene Woche die Katze bereits vorzeitig aus dem Sack gelassen hatte, hat nun Brocade offiziell seine erste neue Hardware seit dem Jahr 2002 vorgestellt - die Acht- und 16-Port-Fibrechannel-Switches "Silkworm 3250" und "3850". Diese ersetzen die bisherigen Modelle "3200" und "3800", wobei letzteres noch eine Weile verkauft werden soll. Wichtigstes Feature der neuen Geräte ist offenbar ihr Kampfpreis - sie sollen ab 5000 Dollar zu haben sein.

Die Preissenkung - HP verkauft die neuen Modelle um 21 und 15 Prozent billiger als die Vorgänger - hat Brocade unter anderem durch einen neuen Switching-Chip erzielt, den "Bloom II", eine integrierte Version des "Bloom I", der bereits den Director "Silkworm 12000" und den "3900"er-Switch antreibt. Laut Marketingchef Jay Kidd sind beide ASICs funktional identisch, beim Bloom II sei lediglich der Die geschrumpft worden.

Brocade betonte bei der Präsentation die Tatsache, dass die neuen Switches mit der gleichen Firmware ("Fabric OS 4.2") laufen wie die größeren Modelle 3900 und 12000, was für speziell größere Anwender deutlich geringeren Aufwand bei Patches und Updates bedeute. Überdies vereinfache dies den OEMs die Qualifizierung, und Netze verhielten sich vorhersagbarer, wenn auf allen Geräten die gleiche Firmware zum Einsatz komme. Code-Updates sind bei den neuen Geräten auch im laufenden Betrieb möglich.

Ein "Flexport"-Feature wie der Wettbewerber McData - Kunden können hier einen Switch mit vier oder mehr Ports kaufen und weitere später per Software-Schlüssel freischalten - hat Brocade indes nicht integriert. Kidd bezeichnete es als "interessant, aber kein Hindernis für uns".

Dass der Silkworm 3800 vorerst noch im Programm bleibt, könnte auch daran liegen, dass dieses Gerät redundante und im laufenden Betrieb austauschbare Netzteile und Lüfter besitzt - was manchen Kunden interessieren könnte. Im 3850 sind beide Komponenten ebenfalls doppelt vorhanden, aber nicht hot-pluggable. Brocade spart damit Kosten, die aber aus seiner Sicht nicht zu Lasten der Anwender gehen. Die meisten von ihnen hätten ohnehin eine doppelte Infrastruktur im Einsatz, wo für jeden Switch ein komplettes Failover-Gerät vorhanden sei. (tc)