Uebernahme von ehemaligen Adcomp-Mitarbeitern

Britischer Distributor Azlan feiert Premiere in Deutschland

22.01.1993

"Der deutsche Markt bietet genuegend Raum fuer einen Nischenanbieter wie Azlan", unterstrich Brian Elliot, Geschaeftsfuehrer der in Unterhaching bei Muenchen ansaessigen deutschen Azlan GmbH, bei der Vorstellung seines Unternehmens. Ziel und oberste Geschaeftsmaxime von Azlan sei es, so Elliot, nicht durch den Verkauf von Stueckzahlen, sondern ueber entsprechenden Service "fuer eine Vergroesserung des LAN- und Internetworking-Marktes zu sorgen".

Dabei wollen die Briten, die seit 1984 im Distributionsgeschaeft taetig sind, primaer mit Wiederverkaeufern wie Systemhaeusern und PC- Grosshaendlern zusammenarbeiten. Indirekt adressiert werden aber die Top-500-Unternehmen in der Bundesrepublik, die als Grossanwender unternehmensweite Gesamtloesungen anstreben. Zum Programm von Azlan gehoeren unter anderem Anbieter wie Novell, Microsoft, DEC, 3Com, Retix, Madge, Eicon, Emerald Systems und Stollmann. Fuer fast alle diese Unternehmen ist Azlan der groesste Distributor in Grossbritannien.

Bei ihrer Taetigkeit haben sich die britischen Netzwerk-Spezialisten vor allem den technischen Support und eine umfassende Dienstleistung fuer die Wiederverkaeufer auf ihre Fahnen geschrieben. Dazu zaehlen Pre- und Post-Sales-Unterstuetzung sowie spezielle Beratungsdienste. In Gespraechen mit mehreren Herstellern versucht die deutsche Azlan-Dependance derzeit, die Grundlagen fuer jeweils vom Hersteller autorisierte Schulungsangebote in deutscher Sprache zu erstellen.

Die Briten waren im vergangenen Jahr laengere Zeit im Gespraech, als es um eine Uebernahme des finanziell schwer angeschlagenen und spaeter in Konkurs gegangenen Muenchner Distributors Adcomp ging. Obwohl die Verhandlungen damals platzten, wurden nun beim Aufbau der Deutschland-Division eine Reihe ehemaliger Adcomp-Mitarbeiter uebernommen, daneben auch das Serviceprogramm "Comm-Partner" der Muenchner.

Fehler, die Distributoren wie Adcomp in ihrem Investitionsverhalten gemacht haben, moechte man gleichwohl nicht wiederholen. Das in privatem Besitz befindliche Unternehmen sei, wie es hiess, finanziell gesund und habe allein im vergangenen Geschaeftsjahr einen Umsatz von umgerechnet knapp 100 Millionen Mark generiert. In ihrem ersten Jahr in Deutschland kalkulieren die Briten bereits mit einen Umsatz von 20 bis 25 Millionen Mark.