Brief an eine 370168

06.08.1976

Nachdem CW-Leser Herbert Paluch zum x-ten Mal eine Zahlungsaufforderung der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) der "öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in der Bundesrepublik Deutschland" ins Haus geflattert war und auch seine wiederholten Eingaben, "er sei nicht gebührenpflichtg", wirkungslos geblieben waren, schrieb er direkt an den GEZ-Computer:

Sehr geehrter Computer!

Sie sind schwer von Begriff - eventuell haben Ihre logischen Gatter einen Knopf in der Leitung oder einige Ihrer Elektronen räkeln sich faul in der Gegend rum. (Versuchen Sie es doch mal mit einem Elektronenbeschleuniger!)

Wie ich Ihnen bereits vor einiger Zeit schriftlich mitgeteilt habe (oder können Sie nicht lesen - zumindest nichts Handschriftliches?), bin ich laut Bescheid vom 7. 1. 1976 Nr. 123456789 bis Januar 1979 von der Rundfunkgebührenpflicht befreit. Möglicherweise sind Sie für so einen Fall überhaupt nicht Programmiert (Sie sollten dann reklamieren) es wird dann allerdings sehr schwer seine Ihnen den Sachverhalt klarzumachen. Es soll jedoch Firmen geben (fama est), die etwas von Software verstehen. Vielleicht aber haben Sie alles schon längst verstanden und sind "nur" etwas hartnäckig, was natürlich begrüßenswert ist, denn Sie helfen damit der Post aus den roten Zahlen. Nach der zehnten Mahnung und der entsprechenden Antwort wird es allerdings, das sollten Sie möglichst berücksichtigen, etwas langweilig.

Ihrer nächsten geschätzten Mahnung entgegensehend verbleibe ich Hochachtungsvoll Ihre Nummer 167 525 125 (Ing. grad. Herbert Paluch, 8 München 40, Georgenschwaigstraße 7)