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Branchen-Oscar "Voice Award": Mehr als 30 Sprachportale im Praxistest

13.08.2007
Von pte pte
Über 30 sprachgesteuerte Dienste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich zum diesjährigen Voice Award angemeldet und werden derzeit in den Testlabors des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) "auf Herz und Nieren" geprüft.

Der Wettbewerb prämiert zum vierten Mal die besten deutschsprachigen Sprachapplikationen, ihre Anbieter und Betreiber. Er soll die Bekanntheit und Akzeptanz von Sprachdialogsystemen in der Öffentlichkeit und in Unternehmen steigern und die Entwicklungsarbeiten bei den Anbietern weiter vorantreiben. "Im Teilnehmerkreis zeigt sich ein klarer Trend hin zu umfassenden Self Service-Angeboten - fast die Hälfte der teilnehmenden Anwendungen dient der selbständigen Erledigung von Kundenanliegen. Markttreiber sind nach wie vor Unternehmen aus der Finanzbranche, der Telekommunikation, dem Transport und Verkehrswesen. Dahinter rangieren die IT-Branche, der öffentliche Dienst und der Handel", erklärt Bernhard Steimel, Sprecher der Initiative Voice Business. Der Branchenzusammenschluss organisiert den Bonner Fachkongress Voice Days und die Vergabe der Voice Awards.

Nach Auffassung von Jens Klemann, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Strateco und Mitveranstalter, werden die Wettbewerbsbeiträge immer vielfältiger: "So dient eine Anwendung einem Pharmakonzern dazu, die Qualität seiner Außendienstmitarbeiter von den besuchten Ärzten selber bewerten zu lassen. Ebenfalls neu ist ein Preisvergleich. Verbraucher können damit beim Einkaufen, ähnlich wie es aus dem Internet bekannt ist, schnell den günstigsten Preis für einen bestimmten Artikel herausfinden, ohne Zugang zu den einschlägigen Portalen im Internet zu haben. Das sprechende Kreuzworträtsel, eine multimodale Anwendung, bei der der Nutzer ein Kreuzworträtsel im Web durch Spracheingabe ausfüllt, belegt, dass auch die Marketingabteilungen der Unternehmen neue Einsatzfelder für den Sprachkanal finden."

Professor Anthony Jameson, beim DFKI für die Voice Award-Testreihen verantwortlich, sieht noch Verbesserungspotenziale: "Viele Unternehmen nutzen den 'Voice-TÜV', um ihre Leistungen im Wettbewerb öffentlichkeitswirksam darzustellen und wissenschaftlich gesicherte Rückschlüsse für Verbesserungen festzustellen. Der Bedarf für ein unabhängiges Gütesiegel ist groß". Für die gesamte Branche sei der Wettbewerb, so Steimel, sehr hilfreich: "Wir stellen die Testergebnisse allen Interessenten zur Verfügung. Wie in den Vorjahren wird es einen umfangreichen Testbericht geben. Parallel arbeiten wir in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation http://www.iao.fraunhofer.de und mit breiter Branchenunterstützung an einem offenen Qualitätsstandard. Ziel ist es, alle bekannten Test- und Evaluationsverfahren, die die Qualität von Sprachanwendungen mess- und kontinuierlich verbesserbar machen, darzustellen. Mittelfristig soll ein 'Prüfsiegel' für testierte Qualität entstehen."

Neben den Forschern des DFKI gehören nach Angaben des Veranstalters Laien und unabhängige Fachexperten dem Testteam an, damit neben den objektiven Leistungsdaten insbesondere die Nutzerfreundlichkeit der Systeme bewertet werden kann. Eine unabhängige Fachjury unter Vorsitz von DFKI-Chef Professor Wolfgang Wahlster wählt Ende August die Gewinner. Die nominierten Sprachanwendungen werden am 3. September auf dem Technisch-Wissenschaftlichen Forum der IFA in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert. Die Sieger werden am 17. Oktober auf den Voice Days im Alten Bundestag in Bonn von Professor Wahlster ausgezeichnet. (pte)