Urheberrechtsprozesse behindern die Entwicklung neuer Software:

Boykottaufruf gegen Apple und Lotus

12.05.1989

CAMBRIDGE (IDG) - Erste Auswirkungen zeigen die Prozesse um Urheberrechte an Software, die zur Zeit zum einen zwischen Apple und Microsoft und zum anderen zwischen Lotus und Mosaic/Paperback ausgetragen werden. Programmierer des Massachussetts Institute of Technology (MIT) wollen jetzt die Software aller Hersteller boykottieren, die versuchen, Urheberrechte vor Gericht durchzusetzen.

Angeführt wird die Kampagne von dem Ex-MIT-Programmierer Richard Stallman und dem Direktor des MIT-Labors für Künstliche Intelligenz, Marvin Minsky. In einer Anzeige, die in der MIT-Universitätszeitung erschien, erklären die beiden, dar Unternehmen wie Apple oder Lotus durch ihre Urheberrechtsansprüche die Software-Entwicklung in Zukunft stark beeinträchtigen könnten. Deshalb sollten MIT-Studenten und -Personal keine Produkte der beiden Unternehmen mehr benutzen und auch nicht für diese Firmen arbeiten.

Stallman meinte zur Erklärung seines Boykottaufrufes, daß auch andere Computerfirmen große Fehler machten, aber Lotus und Apple hätten es am weitesten getrieben. Schließlich beruhen sowohl die Benutzerführung bei Lotus 1-2-3 als auch das grafische User-Interface des Apple-Macintosh auf langjährigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Universitäten.