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Booz Allen sieht Wimax-Auktionen skeptisch

05.10.2006
Mit der Funktechnik lassen sich Lücken in den vorhandenen Fest- und Mobilfunknetzen schließen. Riesig soll das Marktpotenzial daher nicht sein.

Vor der anstehenden Auktion von Wimax-Frequenzen haben sich Experten skeptisch über die Marktchancen der Funktechnik geäußert. "Die Branche sollte angesichts der Versteigerung in Deutschland nicht in einen neuen Hype verfallen", sagte Roman Friedrich von der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton am Donnerstag in Düsseldorf der dpa-AFX. Die existierenden Technologien - UMTS und DSL - seien deutlich günstiger als Wimax-Lösungen. "Für die Netzbetreiber macht es daher keinen Sinn, an der Versteigerung teilzunehmen."

Die Bundesnetzagentur will im Dezember Frequenzen für Wimax versteigern. Laut früheren Angaben haben sich über 100 mögliche Bieter bei der Behörde angemeldet. Einen Bieterwettstreit wie bei der UMTS-Auktion erwarten Experten indes nicht. Wimax ermöglicht die schnelle Übertragung von Daten und wird vor allem in ländlichen Regionen eingesetzt, in denen der Bau eines DSL-Netzes unwirtschaftlich wäre. Große Anbieter wie die Deutsche Telekom planen keine breite Einführung der Technologie. Der Bau von großflächigen WiMAX-Netzen lohnt sich nach Einschätzung von Friedrich nur in Schwellenländern. "Interessant ist Wimax nur in Ländern, wo keine Infrastruktur besteht", sagte er. Chancen sieht er vor allem in Indien und China, wo weite Teile der Bevölkerung keinen Zugang zum Festnetz haben.

Trotz der enormen Wachstumsraten der asiatischen TK-Märkte erwartet Booz Allen Hamilton allerdings nur einen geringen Kundenzuwachs. "Bis zum Ende des Jahrzehnts rechnen wir mit 12,4 Millionen Wimax-Kunden weltweit", sagte Friedrich. Derzeit nutzen etwa ein halbe Millionen Menschen Wimax. Trotz des Nischendaseins lohne sich vor allem für regionale Anbieter der Einstieg in das Geschäft. "Wimax ist damit ein interessanter Markt, aber kein Riesenmarkt." (dpa/ajf)