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BMC toppt die Erwartungen

04.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der texanische System-Management-Spezialist BMC Software hat in seinem ersten Geschäftsquartal 2005/6 (Ende: 30.Juni) einen Nettoverlust von 41,1 Millionen Dollar oder 19 Cent je Aktie verbucht, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Überschuss von 10,7 Millionen Dollar beziehungsweise fünf Cent pro Anteil erzielt worden war. Schuld an dem Defizit waren jedoch vor allem einmalige Steuerabgaben im Zusammenhang mit der Rückführung von Auslandserträgen in Höhe von 17 Cent je Aktie. Um weitere 14 Cent wurde das Ergebnis außerdem durch Restrukturierungskosten gedrückt, nachdem im Berichtsquartal wie angekündigt mehr als ein Zehntel der Stellen gestrichen wurden (siehe auch: "BMC will zwölf Prozent der Belegschaft entlassen"). Bereinigt um diese und weitere Sondereffekte gelang es dem Unternehmen aus Houston jedoch, den Pro-forma-Gewinn im Jahresvergleich um 39 Prozent auf 43,9 Millionen Dollar oder 20 Cent je Aktie zu steigern.

Der Umsatz kletterte dank einer Reihe von vorangegangenen Übernahmen und einem 19-prozentigen Anstieg der Lizenzerlöse um sieben Prozent auf 348,3 Millionen Dollar. Von Thomson First Call befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit einem bereinigten Gewinn von 13 Cent pro Anteilschein bei 334,9 Millionen Dollar Einnahmen gerechnet.

Firmenchef Robert Beauchamp sieht in dem vorgelegten Quartalsergebnis seine Strategie bestätigt. "Das erste Quartal war für BMC sehr erfolgreich, da unsere BSM-Lösungen (BSM = Business Service Management) nach wie vor überaus positiv angenommen werden", triumphierte Beauchamp. "Trotz eines sehr starken Wettbewerbs, einer weit reichenden Umstrukturierung der Company sowie der Konzentration von Vertriebsressourcen auf schnell wachsende Unternehmen konnten wir unsere Umsatzrendite deutlich verbessern."

Als Schwachstelle erwies sich jedoch erneut die Sparte Distributed Systems Management (DSM) um das Flaggschiffprodukt "Patrol". Der Bereich zeichnet nach wie vor für einen signifikanten Teil der Gesamteinnahmen verantwortlich, verbucht jedoch rückläufige Lizenzerlöse. Als Konsequenz hatte BMC bereits Ende Mai angekündigt, die Marke Patrol aufzugeben und das im Laufe dieses und nächsten Jahres erneuerte Portfolio als "Performance Manager" auf den Markt zu bringen (siehe auch: "BMC überarbeitet Portfolio").

Angetrieben von den guten Zahlen hob der Anbieter von Mainframe-Software seinen Ausblick für das Gesamtjahr 2005/6 an. Die Texaner erwarten nun einen Pro-forma-Gewinn von 90 bis 96 Cent je Aktie sowie Umsätze zwischen 1,49 und 1,52 Milliarden Dollar. Bislang hatte BMC nur einen Pro-forma-Profit von 86 bis 92 Cent pro Anteil bei 1,48 bis 1,50 Milliarden Dollar hohen Einnahmen in Aussicht gestellt.

Im laufenden zweiten Fiskalquartal rechnet das Unternehmen mit einem bereinigten Gewinn von 20 bis 25 Cent pro Aktie bei 355 bis 370 Millionen Dollar Umsatz. Netto erwartet BMC einen Abschlag um acht Cent je Anteilschein. Den Anlegern schien diese Aussichten zu gefallen: Der Kurs der Aktie legte am gestrigen Mittwoch im nachbörslichen Handel um 8,13 Prozent auf 20,35 Dollar zu. (mb)