Amazon, Microsoft, IBM und SAP

Blockchain as a Service – das bieten die wichtigsten Player

Thomas Joos ist freiberuflicher IT-Consultant und seit 20 Jahren in der IT tätig. Er schreibt praxisnahe Fachbücher und veröffentlicht in zahlreichen IT-Publikationen wie TecChannel.de und PC Welt.
Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Big Data / Analytics und Digitale Transformation.
Blockchain as a Service (BaaS) erlaubt es Unternehmen, ohne hohe Einstiegskosten und -risiken mit Distributed Ledger-Techniken zu arbeiten. Lesen Sie, welche Provider bereits Blockchain-Dienste in der Cloud offerieren, was die Services leisten und worauf Unternehmen bei der Auswahl achten sollten.

Um Blockchain für eigene Anforderungen zu nutzen, brauchen Unternehmen keine komplizierte Server-Infrastruktur im eigenen Netzwerk. Namhafte Anbieter wie Amazon, Microsoft, Oracle und SAP stellen die notwendige Infrastruktur für Blockchain als Cloud-Dienst zur Verfügung (Blockchain-as-a-Service, BaaS).

Provider wie Amazon, Microsoft und SAP bieten Blockchain-Services als Dienste auf ihren Cloud-Plattformen an.
Provider wie Amazon, Microsoft und SAP bieten Blockchain-Services als Dienste auf ihren Cloud-Plattformen an.
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Blockchain as a Service könnte zum Milliardenmarkt werden

Der BaaS-Markt wächst schnell und verspricht den Anbietern Milliardenumsätze. Würden nur zwei Prozent der heute installierten Server eines Tages als Blockchain-Knoten fungieren, könnte der Markt ein Umsatzvolumen von sieben Milliarden Dollar erreichen, rechnet Kash Rangan, Research Analyst bei der Bank of America vor.

In einem Bericht für Investoren nennt er die aus seiner Sicht am besten positionierten Anbieter. Neben bekannten Cloud-Größen wie Amazon, Microsoft, IBM und Oracle gehören beispielsweise Salesforce.com und VMware dazu. Vom erwarteten Boom könnten aber auch Provider aus anderen Bereichen profitieren, beispielsweise Immobilienspezialisten wie Redfin, Zillow und LendingTree. Mit deren Blockchain-Services ließe sich die Übertragung von Immobilieneigentum digitalisieren.

Die US-amerikanische Immobilien-Vermittlung Staten Island Multiple Listing Service etwa startete ein Blockchain-Proof-of-Concept, um die Aktivitäten von Käufern, Verkäufern und Maklern auf seiner Online-Plattform transparenter zu machen.

Blockchain as a Service erlaubt es Unternehmen, ohne hohe Einstiegskosten und -risiken mit Distributed Ledger-Techniken zu arbeiten, so lautet das Versprechen der Provider. Zudem benötigen sie kaum hochspezialisierten Entwickler im Haus. "Die Blockchain-Welle nimmt gerade erst Fahrt auf", beobachtet Bill Fearnley Jr., Research Director Worldwide Blockchain Strategies beim Marktforschungs- und Beratungsunternehmen IDC. "Es gibt nur wenige Experten die mehrjährige Praxiserfahrungen vorweisen können."

Was Blockchain-Infrastrukturen leisten

Blockchain-Infrastrukturen ermöglichen Anwendungen, mit denen sich Transaktionen ausführen lassen, ohne dass es einer zentralen Stelle für die Prüfung bedarf. Dadurch kann über ein Peer-to-Peer-Netzwerk jeder Beteiligte Zugriff auf sein Kontobuch, auch "Ledger" genannt, nehmen. Das Kontobuch enthält die Transaktionen im entsprechenden Blockchain-Netzwerk. Da die Transaktionen einem definierten Muster entsprechen, können diese durch andere Anwender und deren Kontobücher zuverlässig verifiziert werden. Unternehmen können damit nicht nur eigene Blockchain-Währungen generieren, sondern auch für den internen Zahlungsverkehr oder für die Verwaltung der Logistik auf Blockchain-Technik setzen.

Lesen Sie auf den nächsten Seiten, was die wichtigsten BaaS-Provider heute anbieten.