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Blinde sollen Bilder aus dem Internet fühlen können

28.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das National Institute of Standards and Technology (Nist) hat ein Gerät entwickelt, mit dessen Hilfe Blinde elektronisch vorliegende Grafiken und Bilder aus dem Internet erfühlen können. Die Maschine arbeitet auf Basis eines Plotters, der die grafische Information umsetzt, indem er tausende winziger Stifte an den entsprechenden Stellen nach oben schiebt und arretiert. Blinde können dann die Form ertasten. Für das nächste Bild können die Stifte in die Ausgangslage versenkt und der neuen Form entsprechend wieder angehoben werden.

Nach Ansicht von Curtis Chong, Direktor der US-amerikanischen National Federation of the Blind und selbst blind, erweitern sich damit die Nutzungsmöglichkeiten des World Wide Web für Blinde deutlich. Bislang konnten nur Textinfomationen durch synthetische Stimmenumsetzung oder ein Braille-Lesegerät zugänglich gemacht werden. Jetzt werde es zusätzlich möglich, grafische Informationen lesbar zu machen.

In der Vergangenheit sei es aufwändig und teuer gewesen, Bildinformationen für Blinde anzubieten, erklärt Nist-Projektleiter John Roberts. So mussten die Daten in Plastikfolie oder dickes Papier eingestanzt werden. Dies habe auch den Nachteil, dass sich einmal ausgegebene Informationen nicht mehr verändern ließen. Das fühlbare Grafik-Display liegt zur Zeit als Prototyp vor. Nach Einschätzung der Wissenschaftler soll es rund 2000 Dollar kosten. Wann es verfügbar sein wird, steht jedoch noch nicht fest. (ba)