Blaues Auge für deutsche HP

05.03.2003
Von Gerhard Holzwart
MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Drei Monate nach seiner Rückkehr als Geschäftsführer der Hewlett-Packard GmbH nutzte Jörg Menno Harms den konzernweiten Abschluss des ersten Quartals zur Standortbestimmung. Der durch die Fusion mit Compaq bedingte Personalabbau werde hierzulande planmäßig umgesetzt - notfalls auch in Form betriebsbedingter Kündigungen. Ansonsten wolle sich HP noch stärker als integrierter IT-Konzern positionieren.

Der neue (und alte) Frontmann von HP Deutschland skizzierte vor Journalisten in Stuttgart noch einmal ein düsteres Bild des abgelaufenen Geschäftsjahres 2002. Wie noch nie sei die IT-Industrie vor einem Paradigmenwechsel gestanden - und das in mehrerer Hinsicht. So hätten die einschlägigen Hersteller und Dienstleister, abgesehen von wenigen Ausnahmen, in allen Marktsegmenten zum Teil deutliche Umsatzrückgänge verzeichnen müssen. Gleichzeitig sei ein nachhaltiger Strukturwandel in allen Branchen erkennbar. Konsolidierung und effiziente Kostenstrukturen hatten bei fast allen Anwenderunternehmen oberste Priorität. Insofern würde er, so Harms, das Jahr 2002 „gerne abhaken“.

Gewinn entsprach reduzierten Erwartungen

Gemessen an diesen widrigen Marktverhältnissen sei man in Deutschland jedoch glimpflich davongekommen. So musste die „alte“ Hewlett-Packard GmbH im Fiskaljahr 2002 (Ende: 31.Oktober) mit einem Umsatz von 4,1 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von zehn Prozent verkraften. Unter Berücksichtigung der Einnahmen des entsprechenden Rumpfgeschäftsjahres von Compaq Deutschland komme man auf einen konsolidierten Umsatz von 5,1 Milliarden Euro, führte Harms weiter aus. Der Gewinn (ohne Compaq) lag dabei im Rahmen der „stark reduzierten Erwartungen“. Genauere Angaben zum Ergebnis machte der HP-Verantwortliche nicht. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2001 hatte die Hewlett-Packard GmbH einen Gewinn von 100 Millionen Euro ausgewiesen.

Konsolidierung und Kosteneffizienz standen bei HP Deutschland im Zusammenhang mit der Übernahme von Compaq zwangsläufig auch intern im Mittelpunkt. Harms gab zu, dass im Zuge des im Mai vergangenen Jahres abgeschlossenen Mergers und der im November 2002 erfolgten rechtlichen Eingliederung der deutschen Compaq-Tochter Sand im Getriebe war. Insgesamt sei man aber bei der Integration auf einem gutem Weg - sowohl was die Umsetzung der Produkt-Roadmaps und neuen Organisationsstruktur als auch was die Kunden- und Partnerbetreuung sowie die „Verschmelzung“ beider Unternehmenskulturen angehe.

Faire Auswahl beim Mitarbeiterabbau