Was macht John Chen?

Blackberry verbrennt weiter Bares

16.12.2013
Von 
Thomas Cloer war Redakteur der Computerwoche.
Blackberrys neuer Interims-CEO John Chen hat gesagt, der kanadische Smartphone-Pionier stehe nicht länger zum Verkauf und sei "quicklebendig".

Wenn Blackberry weiter so viel Cash verbrennt wie derzeit, dürfte die Lebensspanne der Firma allerdings ziemlich begrenzt sein - nach Einschätzung von Analysten könnte ihr Ende kommenden Jahres das Geld ausgehen, berichtet das "Wall Street Journal". Am kommenden Freitag legen die Kanadier ihre Zahlen zum dritten Fiskalquartal vor. Und Anleger wie Analysten gehen davon aus, dass sich praktisch jede wichtige finanzielle Kenngröße verschlechtert hat.

John Chen - kann er Blackberry noch retten?
John Chen - kann er Blackberry noch retten?
Foto: Blackberry

Erwartet wird etwa ein weiterer Service-Umsatzschwund und vielleicht auch eine weitere Abschreibung auf Lagerüberbestände unverkäuflicher BB10-Geräte. Kundenzahlen veröffentlicht Blackberry schon seit einiger Zeit nicht mehr. Die Aktie der Kanadier schloss am vergangenen Freitag an der Nasdaq bei 6,08 Dollar, das sind rund 22 Prozent weniger als zur Ernennung Chens am 4. November.

Alle Augen ruhen nun auf dem Übergangschef, der sich bislang kaum öffentlich dazu geäußert hat, wie er Blackberry wieder auf Kurs zu bringen gedenkt. Viele Möglichkeiten hat Chen hat Einschätzung vieler Analysten ohnehin nicht - beim Verkaufsversuch gab es kaum Interessenten und Wachstumschancen sind auch keine in Sicht.

Zu Ende des zweiten Quartals hatte Blackberry noch Barmittel von 2,6 Milliarden Dollar verglichen mit 3,1 Milliarden Dollar drei Monate zuvor. Mittlerweile hat die Firma zwar eine Finanzspritze von einer Milliarde Dollar von Fairfax Financial und anderen erhalten, die Chen ein wenig Zeit verschafft.

Aber selbst eine Schließung von Blackberry könnte nach Einschätzung des Analysten Ehud Gelblum von der Citigroup mit vier Milliarden Dollar teurer werden als Blackberrys Reserven. Für den geschassten CEO Thorsten Heins war der Erhalt einer großen Bargeldmenge eine seiner Top-Prioritäten - mit Kostensenkungen und einer Verschlankung der Fertigung war ihm das auch weitgehend gelungen.