Aufholjagd

Blackberry-Hersteller hofft auf ein Comeback

30.11.2011
Mit der Besinnung auf alte Stärken im Geschäft mit Business-Kunden, einem neuen Betriebssystem und Bochumer Ingenieurskunst will der Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) wieder angreifen.

"Die öffentliche Wahrnehmung von RIM entspricht nicht unbedingt dem Zustand, in dem wir uns befinden", sagte der für Geschäftskunden in Deutschland zuständige RIM-Manager Sascha Lekic am Dienstag auf einem Technik-Forum des Unternehmens. RIM habe sich bisher zu leise präsentiert, fügt er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa hinzu. "Aber wer an uns vorbei will, braucht schon ein bisschen mehr als ein Betriebssystem und ein Smartphone." Das richtet sich gegen den finnischen Konkurrenten Nokia, der kürzlich sein erstes Gerät mit dem Microsoft-System Windows Phone 7 vorgestellt hat.

RIM, kurz für "Research in Motion", konzentrierte sich lange Zeit so sehr auf die Sicherheit der Geräte, dass dabei die Attraktivität für den Nutzer zu kurz kam - jetzt haben das iPhone von Apple sowie die Handys mit dem Google-System Android den Ruf, besonders cool zu sein. Im dritten Quartal dieses Jahres lag RIM im Smartphone-Markt mit einem weltweiten Anteil von 11,0 Prozent (2010: 15,4 Prozent) noch auf dem vierten Platz, wie die Marktforscher von Gartner berichten - hinter dem iPhone (15,0 Prozent), den Symbian-Handys von Nokia (16,9 Prozent) und den Geräten unterschiedlicher Hersteller mit Android (52,5 Prozent).

Im neuen Jahr will sich RIM neu aufstellen. "Wir müssen dafür sorgen, dass die Geräte auch für die private Nutzung attraktiv sind", sagt RIM-Manager Jens Kühner, der für Beziehungen zu den Netzbetreibern zuständig ist. Dabei soll ein neues Betriebssystem helfen: Das bisherige Blackberry OS wird zumindest bei den Flaggschiff-Modellen vom Betriebssystem BBX abgelöst - "das wird für uns ein Turbo sein", meint Lekic.

Basis von BBX ist das QNX-System, das ähnlich wie das Apple-System iOS auf einer Unix-Plattform aufbaut und bereits im RIM-Tablet-Computer PlayBook zum Einsatz kommt. Das bisherige Blackberry OS, zurzeit in der Version 7, nutzt hingegen die Java-Technik. Einfachere Smartphones sollen aber auch 2012 weiter mit Blackberry OS angeboten werden.

"Dieser Wechsel beim Betriebssystem wird auf jeden Fall sehr spannend", sagen die Macher des Blackberry-Blogs MacBerry.de. "Die Nachfrage geht zwar zurzeit zu anderen Herstellern. Mit den BBX-Smartphones stellt sich RIM aber neu auf." Die ersten Smartphones mit BBX, so ist auf dem "Blackberry Innovation Forum" in Frankfurt zu hören, werden voraussichtlich im zweiten Quartal 2012 kommen.

"Wir sehen uns nicht als ein reiner Smartphone-Hersteller, wir sind eine Plattform für mobile Dienste", sagte Lekic. Ähnlich wie bei der PC-Technik werde sich auch im mobilen Internet das Gewicht von der Hardware zu Software und Lösungen verschieben.

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