Bitkom sieht die deutsche ITK-Branche im Aufwind

06.12.2005
Anbieter blicken zuversichtlich ins Jahr 2006.

Die Mehrzahl der ITK-Anbieter in Deutschland rechnet für das kommende Jahr mit steigenden Umsätzen. Das ergibt sich aus dem Branchenbarometer des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). "Die ITK-Branche geht mit Schwung ins neue Jahr", erklärte Bitkom-Präsident Willi Berchtold anlässlich der Präsentation der aktuellen Zahlen.

IT-Umsätze steigen

Den Stimmungsindex erstellt der Verband auf Basis einer vierteljährlichen Umfrage unter seinen Mitgliedsfirmen. Demnach rechnen 70 Prozent der Unternehmen mit wachsenden Umsätzen, 16 Prozent erwarten stabile Einnahmen. Lediglich 14 Prozent gehen von rückläufigen Umsätzen aus.

Vor diesem Hintergrund bestätigte der Bitkom seine Wachstumsprognose für das kommende Jahr. Die Umsätze im deutschen IT-Markt sollen gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent auf 137,3 Milliarden Euro steigen. Auch das Weihnachts- und das Jahresendgeschäft verliefen erfreulich.

So rechneten 55 Prozent der befragten Firmen im vierten Quartal mit einem Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das gesamte Jahr 2005 zog Berchtold ein positives Fazit: "Die hohen Erwartungen vom Jahresanfang haben sich weitgehend erfüllt."

Die gute Geschäftsentwicklung wirke sich auch auf die Personalplanung aus. 36 Prozent der befragten Unternehmen werden ihre Belegschaft bis zum Jahresende vergrößert haben, bei 39 Prozent bleibt sie stabil.

Ein Viertel der Firmen baut Arbeitsplätze ab. "Unterm Strich wollen mehr Unternehmen neue Jobs schaffen als Stellen streichen", kommentierte der Bitkom-Vertreter.

Vor allem mittelständische Softwarehäuser und IT-Dienstleister stellten ein. Laut Schätzungen des Verbands steigt die Zahl der Beschäftigten in der ITK-Branche im laufenden Jahr um 4000 auf 749 000.

Politische Hemmnisse

Den Start der neuen Bundesregierung bezeichnete Berchtold als positiv. Nun gelte es, die Vorhaben im Koalitionsvertrag in die Tat umzusetzen. Die Pläne in der Forschungspolitik oder zur Verbesserung der Finanzierungsbedingungen trügen dazu bei, innovative ITK-Unternehmen zu stärken. Dennoch nannten die befragten Firmen im sechsten Quartal in Folge politische Rahmenbedingungen als das größte Hemmnis für ihren geschäftlichen Erfolg. Zu schaffen machten ihnen ferner die mäßige Inlandsnachfrage und der Fachkräftemangel.

Kritisch äußerte sich Berchtold zu den Steuerplänen der Koali- tion: "Die Mehrwertsteuer-Erhöhung wird die ITK-Branche hart treffen." Im Hardwaresegment, bei schnellen Internet-Zugän- gen und im Mobilfunk tobe ein heftiger Preiskampf. "Die An- bieter werden es sich nicht erlauben können, die Steuererhöhung an die Kunden weiterzugeben." (wh)