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Biometrie steckt noch in den Kinderschuhen

19.02.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Biometrische Verfahren wie das Scannen der Iris zur Personenindentifizierung halten oft nicht das, was sie versprechen. Zu diesem Ergebnis kam ein Pilottest des US-Verteidigungsministeriums, der im Army Research Laboratory mit 270 Personen über mehrere Wochen hinweg durchgeführt wurde. Getestet wurden das Iris-Scanning-Programm der Firma Iridian, die eine 99,5-prozentige Erfolgsquote verspricht, sowie das "FaceIt"-System von Visionics. Letztere Anwendung kann nach Angaben des Herstellers Personen anhand ihrer individuellen Gesichtsmerkmale zu 75 bis 99,3 Prozent identifizieren. Auf der in der vergangenen Woche in der Nähe von Washington, D.C., abgehaltenen 2002 Biometric Consortium Conference stellte das Pentagon die Ergebnisse seines Testprogramms vor: Das Visionics-System identifizierte die Testpersonen nur zu 51 Prozent

richtig. Der angeblich zuverlässigere Iris-Scanner von Iridian kam lediglich auf eine Trefferquote von 94 Prozent.

Trotz der teilweise gravierenden Trefferungenauigkeit zeigte sich das Pentagon zufrieden. "Wir sind durch die Studie ermutigt, denn die Technologien wurden in realistischen Situationen und nicht in einem sterilen Labor getestet", erklärte Pentagon-Sprecher Steven King. Abweichungen von den Herstellerspezifikationen seien normal, da die Testumgebung die biometrischen Verfahren stark beeinflussen können.

Die US-Regierung hat zunehmend Interesse an Biometrie-Technologien zur Personenidentifikation. Die Demokratische Partei hat erst vor kurzem vorgeschlagen, eine einzige biometrisch lesbare Karte für US-Bürger einzuführen, die beispielsweise als Personalausweis, Kreditkarte und Führerschein eingesetzt werden könnte. (ka)