Agile Frontend-Entwicklung

Bimodale IT beschleunigt Digitalisierung

24.06.2019
Von   IDG ExpertenNetzwerk
Jan Webering ist CEO von Avenga. Zuvor war er CEO der Sevenval Technologies GmbH. Seit 1999 unterstützt der Web-Frontend-Pionier aus Köln mit seinem Team komplexe Organisationen bei der digitalen Transformation.

Bimodale IT ermöglicht agile Entwicklungsmethoden

Die technischen Voraussetzungen für die agile Entwicklung kundenfreundlicher User Interfaces bietet eine bimodale IT. Das vom Marktforschungsunternehmen Gartner entwickelte Konzept der "IT der zwei Geschwindigkeiten" trennt klar zwischen den Aufgaben, die dem Front- respektive dem Backend zukommen. Letztgenanntes bleibt im klassischen IT-Planungs- und Arbeitsmodus und gewährleistet Sicherheit, Stabilität und Kontinuität. Das Frontend hingegen dient der Implementierung von Innovationen und muss sich schnell und unkompliziert an sich stetig verändernde Gegebenheiten anpassen.

Ermöglicht wird die Trennung der Systeme durch eine Middleware, die als eigenständige Entwicklungsebene und separate Kommunikationsschicht fungiert. Ihr kommt die Aufgabe zu, über passende Schnittstellen sämtliche benötigte Informationen und Funktionen aus dem Backend zu extrahieren und sie an die Benutzerschnittstelle zu übermitteln. Derart können die sicheren und in ihrem Verhalten vorhersagbaren Kernsysteme unangetastet bleiben, während im Frontend experimentelle und flexible Applikationen entstehen.

Iteratives Vorgehen hat positiven Einfluss auf Firmenkultur

Nachhaltig etablieren lassen sich die neue IT-Architektur und die agilen Arbeitsweisen, indem die Lösungen in gemischten Entwicklerteams realisiert werden, die sich aus Entwicklern des Kunden und des Dienstleisters zusammensetzen. Zunächst erfordert das transparente und iterative Vorgehen in traditionellen Unternehmen zwar ein grundlegendes Umdenken. Durch die Präsentation und Verprobung erster greifbarer Teilerfolge kann sich sich die allgemeine Akzeptanz allerdings schnell erhöhen lassen. Eine wichtige Rolle spielen hierbei erfahrungsgemäß motivierte Mitarbeiter, die stolz darauf sind, auf konkrete Fortschritte in ihren Projekten verweisen zu können.

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Ein weiterer Pluspunkt ist, dass Fehlentwicklungen bei agilen Arbeitsweisen weitaus weniger zeitintensiv und kostspielig ausfallen als teure Change-Requests im Wasserfallmodell. Da das Endresultat zudem aufgrund regelmäßigen Feedbacks perfekt auf die Bedürfnisse der Anwender angepasst ist, kann mittelfristig selbst in traditionell nicht-agilen Umfeldern ein positives Klima der Fehlertoleranz gedeihen. Gepaart mit der richtigen Technologie ist es dieser Prozess des Kulturwandels, der Unternehmen dauerhaft dazu befähigen kann, Produkte und Services zu entwickeln, die die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Kunden optimal adressieren. Mit überschaubaren Frontend-Projekten haben Unternehmen somit die Möglichkeit, den Grundstein für ihre digitale Erneuerung zu legen, ohne dabei befürchten zu müssen, dass sie aufgrund zu hoher Komplexität oder ausufernder Kosten scheitern könnten.