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Bill Gates: "Die Exzesse der Vergangenheit werden sich nicht wiederholen"

10.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Trotz der wirtschaftlichen Flaute und der Auswirkungen der jüngsten US-Terroranschläge auf die Konjunktur äußerte sich Bill Gates, Chairman und Chief Software Architect von Microsoft, vorsichtig optimistisch zu den Aussichten der gesamten IT-Branche. Auf der "European Technology Roundtable Exhibition" (Etre) in Rom, an der er über Videokonferenztechnik teilnahm, erklärte er jedoch, dass die Umsätze aller IT-Firmen im derzeitigen Klima zunächst zurückgehen würden. Auch das Wachstum von Microsoft sei von dem negativen Geschäftsumfeld betroffen. "Glücklicherweise haben wir unsere Firma immer sehr konservativ gemanagt, so dass wir keine größeren Kürzungen vornehmen müssen", fügte Gates hinzu. Microsoft hält daran fest, seine Ausgaben im Bereich Forschung und Entwicklung in diesem Jahr um 15 Prozent zu erhöhen.

Das IT-Investitionsverhalten der Unternehmen hat sich laut Gates drastisch gewandelt. "Der größte Einbruch fand im TK- und Startup-Sektor statt", sagte Gates. Er rechne nicht damit, dass einer der beiden Bereiche jemals wieder einen ähnlichen Boom wie in der Vergangenheit erleben wird. "Wir werden niemals wieder zu unseren Lebzeiten die Art von Exzessen erleben, die es in den vergangenen zwei Jahren gegeben hat. Was da stattfand, war wild." Dem ungeachtet blickt Gates mit vorsichtigem Optimismus auf die gesamte IT-Branche: "Später wird man sich an diese Dekade als diejenige erinnern, in der die Welt wirklich digital wurde. Ich persönlich bin begeistert, wenn ich an die Möglichkeiten in den nächsten zwei Jahren denke."

Der Microsoft-Mitbegründer sprach sich zudem für weitere technische Innovationen aus, die für die Ankurbelung des Consumer-Markts notwendig seien. "Software muss noch bedienungsfreundlicher und zuverlässiger werden", postulierte er. Zum laufenden Microsoft-Kartellverfahren und der jüngsten Abfuhr vom US-Supreme-Court äußerte sich Gates nicht.