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Beweisführung im Lucent-Spionagefall könnte Monate dauern

20.06.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Gerichtsverfahren gegen drei ehemalige Lucent-Mitarbeiter, die im Verdacht der Industriespionage stehen, wird nach Einschätzung der Staatsanwalt mehre Monate dauern. Grund dafür ist unter anderem das umfangreiche Datenmaterial, das von den Ermittlern gesichtet werden muss. Den Entwicklern chinesischer Nationalität wird vorgeworfen, den Code des Lucent-"Pathstar"-Systems entwendet zu haben (Computerwoche online berichtete). Die gestohlenen Daten wollten die drei Verdächtigen offenbar an ein Joint Venture verkaufen, das sie selbst mit der Pekinger Firma Datang Telecom Technology gegründet hatten.

Nach Angaben des Staatsanwalts Scott Christie muss eine Vielzahl von Datenträger auf belastendes Material überprüft und Kopien für die Verteidigung angefertigt werden. Dazu zählen unter anderem 15 Festplatten und mehr als 100 Musik-CDs, die möglicherweise auch andere Daten enthalten könnten. Zudem müssen Hunderte von Schriftstücken, aus dem Chinesischen ins Englische übersetzt werden. Den vorläufigen Verhandlungstermin hat der zuständige US-Bezirksrichter William Walls auf den 28. Januar 2002 festgesetzt. Die Anklageschrift sieht bis zu zehn Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 250.000 Dollar vor. In einer ersten Anhörung plädierten die drei Verdächtigen auf "nicht schuldig".