Drei Tipps für die Industriedrucker-Wahl

Betriebliche Transparenz durch Barcodes und RFID



Alexander Honigmann ist Director Sales Transport & Logistics and Manufacturing DACH Region bei Zebra Technologies. In dieser Rolle verantwortet er den technischen Handel und trägt entscheidend zu der technischen Entwicklung innovativer Lösungen bei. Langjährige Erfahrung in diesem Bereich konnte er schon als Systems Engineer und technischer Architekt bei Symbol Technologies, Motorola und Zebra sammeln.
Die Relevanz von Druckern in Industrieunternehmen wird oft unterschätzt - doch für viele betriebliche Anforderungen ist ein geeigneter Drucker unerlässlich.
Unterschätzte Superhelden in der Lieferkette: Barcodes und RFID-Tags
Unterschätzte Superhelden in der Lieferkette: Barcodes und RFID-Tags
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In den Warenlagern, Fertigungshallen und Packstraßen vieler Unternehmen spielen Drucker eine wichtige, wenngleich häufig unterschätzte Rolle: Durch den Druck widerstandsfähiger Etiketten bringen sie Ordnung und Transparenz in komplexe Industrieumgebungen. Denn die Etiketten zeichnen den Weg aller Waren und Produkte entlang der unterschiedlichen Stationen einer Produktionsstätte bis zum finalen Einsatz- oder Lieferort nach, liefern bei Bedarf eine Fülle relevanter Informationen und ermöglichen die exakte Identifikation von Produktionsmaterial und Waren.

Mehr Transparenz für die Lieferkette

Aufgrund steigender Produktionsvolumina suchen viele Unternehmen neue Möglichkeiten, um den Weg ihrer Güter über die gesamte Lieferkette einfach und zuverlässig nachzuverfolgen. In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist die Rückverfolgbarkeit bereits ein bekanntes Konzept, da behördliche Auflagen in vielen Ländern ein Nachverfolgungssystem erfordern - etwa für Produktrückrufe. In solch einem Fall müssen Unternehmen genau wissen, welche Chargen sie zurückrufen müssen und wo diese sich befinden. Diese Praxis hat sich in den letzten Jahren auch in anderen Branchen verbreitet und wird unter anderem für chemische Produkte, Medikamente und Humanproben eingesetzt.

In der Vergangenheit war dieser Vorgang häufig mühsam und aufwändig - durch den technischen Fortschritt ist die Nachverfolgung jedoch wesentlich einfacher geworden. Dazu tragen mehrere Komponenten bei: Drucker für Barcodes oder RFID-Etiketten; Mobilcomputer, die Barcodes oder RFID-Daten erfassen und an das Backend-System übertragen können, sowie ein stabiles WLAN, das eine dauerhafte Verbindung zwischen den Geräten und dem Backend sicherstellt.

Fallbeispiel: Unterwegs mit Obst

Ein amerikanischer Obstbau-Verband mit 24 Mitgliedern verwendete in der Vergangenheit traditionell Papier-Etiketten für seine Paletten oder trug die Chargennummern manuell in Notizbücher ein - eine zeitraubende und fehleranfällige Aufgabe. Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung suchte der Verband schließlich eine neue Möglichkeit der Nachverfolgung und fand sie in einer modernen Industriedrucker-Lösung. Diese ermöglicht eine effizientere Markierung der Chargen durch hochauflösenden Druck und hohen Durchsatz. Dank flexibler Ausgabeformate können Mitarbeiter die Etiketten jederzeit kurzfristig an das zu verpackende Produkt anpassen und beispielsweise von einzeiligem auf mehrzeiligen Druck umstellen.

Auf Basis der auf den Etiketten gespeicherten Daten erzeugen die Bauernhöfe ein digitales Spiegelbild ihrer Abläufe und können dadurch ihre Produktion und Auslieferungen wesentlich einfacher und genauer nachverfolgen. Somit kann der Verband nun jede Charge sauber zuordnen, die Auswirkungen eines Rückrufs reduzieren und betroffene Produkte zügig aus der Lieferkette entfernen.

Drei Tipps für die Auswahl des richtigen Druckers

Angesichts einer großen Auswahl an Druckern lautet die große Frage für Unternehmen vor der Einführung neuer Drucker stets: Welcher Drucker ist der richtige für das eigene Unternehmen? Die Entscheidung hängt natürlich von den individuellen Anforderungen und der Umgebung ab, in der die Lösung zum Einsatz kommen soll. Daher hier zur Orientierung drei Tipps für die Auswahl des passenden Druckers:

  1. Umgebung: Zunächst stellt sich die Frage, wo die Etiketten gedruckt werden. Industrielle Umgebungen sind meist sehr anspruchsvoll, aber häufig müssen Unternehmen genau dort die Etiketten produzieren, etwa in Fertigungshallen oder Warenlagern. Das führt unweigerlich dazu, dass die Geräte Erschütterungen und Schläge aushalten müssen. Robuste Industriedrucker werden speziell für diese Herausforderungen entwickelt und widerstehen Schmutz und Feuchtigkeit. Zudem sollten die Drucker so konstruiert sein, dass widerstandfähige Materialien verbaut werden und Komponenten idealerweise schnell ersetzt oder neu eingebaut werden können.

  2. Druckvolumen: Ein weiteres wichtiges Kriterium betrifft die Menge und die Art der gedruckten Etiketten. Manche Unternehmen haben einen so hohen Bedarf, dass die Drucker jeden Tag praktisch ohne Pause Etiketten produzieren. Auch die Größe ist relevant: Einige Unternehmen drucken besonders kleine Label, zum Beispiel in der Chipfertigung. Diesen Anforderungen müssen die Drucker gerecht werden, durch eine präzise Ausrichtung sowie dauerhaft hohe Druckfrequenz bei feiner Auflösung. Mitunter werden Industriedrucker auch verwendet, um Informationen auf spezielle, besonders lange haltbare Etiketten zu schreiben Der Bedarf an Etiketten, insbesondere ungewöhnlichen oder Sonderformaten, sollte daher vor dem Kauf gründlich analysiert werden, damit sich die Investition schnell amortisiert und keine teuren Umrüstungen oder Nachkäufe erforderlich werden.

  3. Verwaltung: Der dritte wichtige Aspekt, der bei der Auswahl des Druckers beachtet werden sollte, ist die einfache Verwaltung der Drucker per Fernzugriff, gerade bei großen Druckerflotten an unterschiedlichen Standorten. Das senkt die IT-Kosten, insbesondere da ein guter Industriedrucker bei voller Leistung eine Nutzungsdauer von fünf bis sieben Jahren besitzt. Zusätzlich können cloudbasierte Lösungen detaillierte Echtzeit-Einblicke in Status, Funktionalität und Auslastung der Drucker geben, sodass die zuständigen IT-Manager jederzeit über ihren Zustand informiert sind und die Geräte bei Bedarf warten, verwalten oder konfigurieren können. Das reduziert die Ausfallzeiten, verbessert die Kosteneffizienz der Drucker und verlängert die Lebensdauer der Geräte. Und auch das Thema (Daten-)Sicherheit sollte in diesem Zusammenhang nicht vernachlässigt werden: So können über Druckermanagement-Tools etwa WLAN-Passwörter ausgetauscht werden und Patches direkt aufgespielt werden. Schließlich möchte niemand irgendwann feststellen müssen, dass bei der Einführung smarter Drucker am falschen Ende gespart wurde.