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Bertelsmann: Der nicht ganz freiwillige Abgang des Andreas Schmidt

03.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In der vergangenen Woche kündigte der Medienkonzern Bertelsmann die Neuordnung seiner E-Commerce-Gruppe und den Rücktritt von deren Chef Andreas Schmidt an (Computerwoche online berichtete). Dass Schmidt seinen Posten jedoch nicht, wie von dem Gütersloher Unternehmen propagiert, "auf eigenen Wunsch" verließ, will das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" erfahren haben. Der einstige Hoffnungsträger von Bertelsmann sei über die "Limousinenaffäre" gestolpert.

Erst vor wenigen Wochen soll Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff sich über das mangelnde Kostenbewusstsein seiner Manager beklagt haben, die des öfteren mehrere Stretch-Limousinen mit laufendem Motor den ganzen Tag vor der New Yorker Niederlassung auf sich warten ließen. Middelhoff soll angekündigt haben, solche Auftritte nicht mehr zu tolerieren und gegebenenfalls ein Exempel zu statuieren. Einige Tage darauf sei er erneut auf eine wartende Limousine gestoßen, als deren Fahrgast sich Schmidt herausstellte. Da es bereits zuvor Auseinandersetzungen zwischen dem Konzern-Controlling und Schmidts unterschiedlicher Auffassung von Kostenbewusstsein gegeben hatte, brachte wohl dieser letzte Affront das Fass zum Überlaufen. (ka)