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Bellsouth will E-Plus-Übernahme verhindern

09.12.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die amerikanische TK-Gesellschaft Bellsouth will verhindern, daß die France Télécom die Kontrollmehrheit bei E-Plus übernimmt. Zeitungsberichten zufolge will Bellsouth, das 22,5 Prozent an dem deutschen Mobilfunkanbieter hält, zusammen mit der niederländischen KPN die restlichen rund 77 Prozent der E-Plus-Anteile kaufen. Zu diesem Zweck erwägen Bellsouth und KPN derzeit die Gründung eines Joint-ventures, das mit 13 Milliarden Dollar ausgestattet werden soll. Die KPN verhandelt angeblich derzeit mit ABN Amro und J.P. Morgan über einen entsprechenden Kredit.

Diese restlichen 77 Prozent der Aktien befinden sich im Besitz von Vodafone Airtouch, RWE AG und Veba AG. Die France Télécom hat die Beteiligungen von Vodafone für 1,7 Milliarden Euro und die von RWE und Veba für 7,4 Milliarden Euro zwar bereits erworben, aber der Deal tritt erst dann in Kraft, wenn Bellsouth von seinen Vorkaufsrechten keinen Gebrauch macht. Das Vorkaufsrecht am Vodafone-Anteil (17,24 Prozent) läuft heute aus, das von RWE und Veba (60,25 Prozent) in der dritten Januarwoche.

Die Frage ist nun, ob France Télécom versuchen wird, für viel Geld den Bellsouth-Anteil zu erwerben, oder ob das Joint-venture zwischen dem US-Carrier und KPN selbst die Kontrollmehrheit an E-Plus kauft. Sollte dem französischen Ex-Monopolisten die deutsche TK-Gesellschaft durch die Lappen gehen, wäre dies ein bitterer Schlag für die France Télécom, die sich nach dem Scheitern ihrer Allianz mit der Deutschen Telekom mit E-Plus ein deutsches Standbein aufbauen will.