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Bei AMD regnet es richtig rein

19.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Advanced Micro Devices, kurz AMD, hat gestern eine drastische Warnung für das zweite Quartal seines laufenden Geschäftsjahres veröffentlicht. Die Einnahmen im laufenden Vierteljahr sollen nur zwischen 620 und 700 Millionen Dollar liegen, das wären bis zu 26 Prozent weniger als von Analysten mit 841 Millionen Dollar laut First Call/Thomson Financial erwartet. Im vergangenen März hatte das Untenehmen noch 820 bis 900 Millionen Dollar Umsatz in Aussicht gestellt. Unter dem Strich wird deswegen ein "merklicher" operativer Verlust stehen - hier wollte AMD indes nicht näher ins Detail gehen. Die Wall Street rechnete bis dato mit einem Proforma-Minus von neun Cent je Anteilschein; nun dürften die Zahlen noch deutlich tiefer rot ausfallen. Zumindest im Flash-Markt hofft AMD auf gegenüber dem ersten Quartal sequentiell steigenden Umsatz.

AMD, nach Intel weltweit zweitgrößter Anbieter von PC-Prozessoren, leidet unter schwacher Nachfrage und dem radikalen Preisverfall. Nachdem Intel schon Anfang des Monats seine Erwartungen nach unten korrigieren musste (Computerwoche online berichtete), hatten Beobachter bereits mit einer Warnung von AMD gerechnet. Dass sie indes so heftig ausfallen würde, kam doch ein wenig überraschend. "Das ging voll daneben", kommentiert beispielsweise Joseph Osha von Merrill Lynch.

Zum Fixing an der Nasdaq schloss die AMD-Aktie gestern 50 Cent leichter bei 10,30 Dollar. Im nachbörslichen Handel gab das Papier später um 14 Prozent auf 8,85 Dollar nach. Seine endgültige Bilanz veröffentlicht AMD am 17. Juli. (tc)