Web

 

Bechtle setzt auf organisches Wachstum

29.03.2004

Die Bechtle AG hat sich für 2004 sportliche Ziele gesetzt. Das schwäbische Systemhaus plant, im laufenden Jahr die Umsatzmilliarde deutlich zu überschreiten und den Vorsteuergewinn (Ebt) um mehr als zehn Prozent zu steigern. "Alles unter 30 Millionen Euro wäre eine Enttäuschung", so der neue Konzernchef Ralf Klenk auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart.

2003 konnte Bechtle seinen Ebt-Gewinn gegenüber dem Vorjahr von 19 auf 27,2 Millionen Euro verbessern. Der Umsatz war hingegen nur dank der Übernahme des Konkurrenten PSB um fünf Prozent auf 791 Millionen Euro gewachsen. In Sachen Übernahmen will es das Gailsdorfer Unternehmen dagegen wieder etwas ruhiger angehen. Das Ziel für 2004 sei primär organisches Wachstum, so Klenk, wobei aber auch die eine oder andere Akquisition möglich sei.

Der Firmengründer und Ex-Finanzchef Klenk übernahm vergangene Woche überraschend die Führung von Bechtle, nachdem der erst Anfang März als Nachfolger für den langjährigen Firmenchef Gerhard Schick angetretene Karl-Heinz Gosmann vom Aufsichtsrat wieder abberufen wurde (Computerwoche.de berichtete). "Ein Verfahren in dieser Schnelle ist sicher nicht positiv zu bewerten", kommentierte Klenk den Vorfall. "Dass die Dinge bereits 14 Tage nach Amtsantritt von Gosmann so offen zu Tage traten ist einerseits zwar dramatisch für das Unternehmen, erspart uns aber andererseits eine längere Zerreißprobe."

Auf die genauen Gründe für den Rauswurf des früheren PSB-Chefs Gosmann ging Klenk auf der Bilanzpressekonferenz nicht näher ein. Er deutete lediglich grundlegende unternehmensstrategische Differenzen zwischen Gosmann, Schick und ihm selbst an." Gleichzeitig betonte Klenk, Bechtles Erfolgsrezept sei weiterhin die dezentrale Systemhausstruktur.

Gosmann kam als Nachfolger für den langjährigen Firmenchef Gerhard Schick überhaupt erst in Frage, weil der Wunschkandidat Klenk das ihm angebotene Amt noch vor einigen Monaten aus familiären Gründen abgelehnt hatte. Presseberichten zufolge haben Gosmanns Pläne, Bechtle stärker als Lösungsanbieter im Markt zu positionieren und die rund 50 Tochtergesellschaften näher an den Konzern zu binden, letztendlich doch noch zu einem Sinneswandel bei Klenk geführt. (mb)