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Bea kündigt Weblogic Workshop und dev2dev an

25.02.2002
Auf seiner Hausmesse eWorld präsentiert Bea sein neues J2EE-Entwicklungs-Framework samt Web-Community - beide orientieren sich stark am Vorbild Microsoft.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bereits im vergangenen Dezember berichteten wir erstmals über Pläne von Bea, ein Framework für schnellere und einfachere Java-Entwicklung samt dazugehöriger Web-Community für Developer anzubieten.

Das seinerzeit noch als "Projekt Cajun" gehandelte Projekt nimmt auf der jährlichen Entwicklerkonferenz eWorld des Anbieters in San Diego in dieser Woche nun offiziell Gestalt an. Auch die endgültigen Namen stehen fest: "Weblogic Workshop" für das Framework und "dev2dev" für die Online-Community im Stil des MSDN (Microsoft Developer Network). Mehr als 10.000 Entwicklern will Bea die Beta des Workshop in die Hand drücken - bislang gab es in Demonstrationen immer nur frühen Alpha-Code zu sehen.

Bis Ende des Jahres will der Hersteller eine Million Developer auf seine Weblogic-Infrastrukturplattform locken und damit die J2EE-Konkurrenz (IBM, Sun, Oracle, HP etc.) abhängen. Die allerdings behauptet erst einmal, Bea hinke mit seinem neuen Framework schlicht hinterher. Tony Occleshaw, Director Marketing in IBMs Softwaresparte, erklärte unlängst, sein Unternehmen habe technisch drei Jahre Vorsprung und biete mit "Visual Age" längst auch passende grafische Entwicklungswerkzeuge. "Bea kommt von hinten und spielt Aufholjagd", so der IBM-Mann.

Mit Weblogic Workshop hat Bea ganz offensichtlich eine bestimmte Klientel im Auge - bisherige Windows-Entwickler nämlich, die aus ihren bisherigen Frameworks "Visual Basic" und "Powerbuilder" Techniken wie Zeigen und Klicken (Point and Click) oder Ziehen und Fallenlassen (Drag and Drop) gewohnt sind, die im Java-Bereich bis dato noch weitgehend Mangelware sind. Mit Weblogic Workshop lassen sich mit diesen Mitteln Enterprise Javabeans (EJB) erstellen, ohne Editor und Referenzhandbuch zu bemühen.

Das soll so einfach sein, dass Bea laut "Computerwire" sogar Linien-Manager als Zielgruppe ins Auge fasst, die aufgrund ihrer Kenntnis von Geschäftsprozessen und -logik an der Erstellung von Web-Services mitarbeiten. "Unternehmensentwickler mit Java-Erfahrungen machen gerade 20 Prozent der gesamten Entwicklungsmannschaft in einer Organisation aus", erläutert Beas Director Product Marketing John Kiger.

Ebenfalls bei Microsoft abgeschaut ist dev2dev, hinter dem sich eine generalüberholte Version der bisherigen Online-Unterstützung für Entwickler verbirgt. Hinzu kommen nun Beispiel-Code, Code Sharing und Diskussionsgruppen, flankiert durch Offline-Maßnahmen wie Newsletter, Usergroup-Aktivitäten, eine Reihe von Special Interest Groups und Rabatte für Universitäten. Hinter dem Ganzen steckt der von Microsoft abgeworbene Entwickler-Guru Tod Nielsen, der in der Vergangenheit für den erfolgreichen Relaunch des MSDN verantwortlich zeichnete.

Das Workshop-Framework ist eng verzahnt mit der neuesten Version 7.0 von Beas Application Server Weblogic, die im zweiten Quartal erscheinen soll. Zu den neuen Features in diesem Release gehören die Verteilung von Anwendungen auf bis zu vier geclusterte Server. Sicherheitsregeln werden über Geschäftsregeln und -policies innerhalb der Benutzerschnittstelle ausgeführt, was bei späteren Änderungen manuelle Neuprogrammierung erspart. Der Appserver wird zudem in einer integrierten Variante zusammen mit dem hauseigenen Portalprodukt als "Weblogic Platform 7.0" angeboten. Dabei greifen beide Produkte auf einen gemeinsamen Satz von Security Policies zurück. (tc)