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Bea erwartet schwaches zweites Halbjahr

16.08.2001
Appserver-Weltmarktführer Bea Systems hat zwar im zweiten Quartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen, rechnet aber für den Rest des Jahres mit stagnierenden Umsätzen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bea Systems, zurzeit weltweiter Marktführer bei Application Servern, hat mit seinem Ergebnis des zweiten Quartals die Erwartungen der Analysten erfüllt. Für den Rest des Jahres geht das Unternehmen jedoch von sinkenden Einnahmen aus. Aktuell weist Bea einen Nettoquartalsgewinn von 24 Millionen Dollar aus nach 2,3 Millionen Dollar im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Proforma-Gewinn abzüglich einmaliger Belastungen betrug 43,9 Millionen Dollar oder zehn Cent pro Aktie; die Analysten hatten laut First Call/Thomson mit neun Cent je Anteilschein gerechnet. Die Einnahmen des abgeschlossenen Dreimonatszeitraums (Ende: 31. Juli) lagen mit 267,8 Millionen Dollar um 44 Prozent über denen des Vorjahresquartals. Die Lizenzumsätze legten sogar um 65 Prozent zu.

So weit, so gut. Aber: Statt der von Analysten erhofften Einnahmen von 305 Millionen Dollar im laufenden dritten Quartal geht Bea von einer Stagnation gegenüber Q2 aus. Den Umsatz schätzt der Anbieter auf 260 bis 275 Millionen Dollar. Begründet wird dies mit der schlechten gesamtwirtschaftlichen Lage und in der Folge sinkenden IT-Investitionen. Immerhin rechnet Bea für das vierte Quartal dann mit einem niedrigen bis mittleren einstelligen sequentiellen Prozentwachstum. CEO (Chief Executive Officer) Bill Coleman kündigte in diesem Zusammenhang Sparmaßnahmen an, ohne aber näher ins Detail zu gehen. Im gesamten Geschäftsjahr sollen dann unterm Strich 39 bis 41 Cent Gewinn pro Aktie herausspringen.

Die Anleger reagierten verhalten, der Kurs der Bea-Aktie fiel am Mittwoch um gut acht Prozent auf 17,04 Dollar. In den zehn Tagen vor Bekanntgabe der Ergebnisse hatte das Papier nach abwertenden Analystenstimmen bereits 26 Prozent an Wert verloren.