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BBC drängt massiv ins Web

30.07.2007
Die British Broadcasting Corp. (BBC) stellt fast ihr komplettes Programm auch im Internet zur Verfügung.

Dazu dient die Software "iPlayer", die gemeinsam mit Siemens entwickelt und seit Ende letzten Jahres mit rund 15.000 Freiwilligen getestet wurde. Seit dem Wochenende ist der Service öffentlich zugänglich - allerdings nur für Bürger Großbritanniens.

Die Software ermöglicht das Ansehen von Fernsehprogrammen innerhalb einer Woche nach der ursprünglichen Ausstrahlung. Nach 30 Tagen werden die Sendungen automatisch vom Rechner gelöscht, um Piraterie zu verhindern. Sportübertragungen oder Hollywood-Filme, für die die BBC keine Online-Senderechte besitzt, bleiben freilich außen vor.

BBC Worldwide will den iPlayer im kommenden Jahr auch in den USA und Australien anbieten. Nutzer dort bekommen vermutlich die Wahl zwischen kostenpflichtigen Sendungen oder werbefinanzierten Beiträgen.

Ordentlich Kritik gab es für die BBC, weil der iPlayer zunächst nur unter Windows XP läuft. Bis Ende des Jahres sollen auch Ausführungen für Vista und Mac OS X folgen. Eine Sprecherin konnte noch nicht sagen, ob auch eine Linux-Version in Planung ist. Man wolle aber "sicherstellen, dass er auf allen Plattformen verfügbar ist", sagte die BBC-Frau. "Wir haben mit Microsoft angefangen, weil uns das das größte Publikum erschließt."

Im Rahmen seiner Strategie "Creative Future" will die BBC später den iPlayer auch für Mobiltelefone und andere Plattformen offerieren. Details dazu sind noch nicht bekannt.

Siemens ist im Rahmen des iPlayer-Projekts für die technische Infrastruktur zuständig, etwa den Einbau der Digital-Rights-Lizenzen. Für die Verbreitung der Inhalte verwendet die BBC den "Kontiki Broadband Delivery Service" von Verisign auf Peer-to-Peer-Basis. Der Londoner "Evening Standard" schrieb ab Freitagabend, die Videoqualität des iPlayers sei "überraschend gut", der Download einer 30-minütigen Sendung habe im Test etwa zehn Minuten gedauert. (tc)