Zwischen Himmel und Erde

Baustelle Datenautobahn

04.01.2010
Wie jedes Jahr gehen die TK-Konzerne auch 2010 schwierigen Zeiten entgegen. Sie müssen wieder den Spagat zwischen Himmel und Erde schaffen.

Die Telekomkonzerne stehen vor einem Dilemma: Investitionen in die Netzinfrastruktur verschlucken Milliarden, gleichzeitig bremst der harte Preiswettbewerb das Umsatzwachstum. Dienste rund um das Internet und das Netz auf dem Handy sind der Rettungsanker, an den sich die Konzerne auch 2010 als Wachstumsstrategie klammern. Von der Wirtschaftskrise blieb die Branche zwar weitgehend verschont. Der Branchenverband Bitkom sieht den deutschen Telekommarkt 2010 aber dennoch um knapp ein Prozent schrumpfen.

Technologische Neuerungen sowie Eingriffe der Regulierungsbehörden seien für das Minus verantwortlich. Bereits 2009 beklagten die Mobilfunkbetreiber niedrigere Roaming-Gebühren und Entgelte für Gespräche aus fremden Netzen. Die Einnahmen im Festnetzgeschäft stehen seit langem unter Druck. Hoffnungsträger ist das Geschäft mit Diensten rund um das Internet und mit mobilen Breitbandanschlüssen. Der Bitkom rechnet im neuen Jahr für die Datendienste mit einem Wachstum von 3,6 Prozent.

Gleichzeitig fehlt in vielen Teilen Deutschlands die notwendige Infrastruktur - nicht nur für mobiles Internet. Auch für Zusatzdienste wie Internetfernsehen und Videodownload sind die Leitungen vielerorts noch nicht ausgelegt. Laut Bitkom hatten Mitte 2009 erst 60 Prozent der Haushalte in Deutschland einen Breitbandanschluss - und das, obwohl die Bundesregierung bis Ende 2010 flächendeckend Übertragungsraten von einem Megabit je Sekunde verspricht. Bis 2014 sollen sogar drei Viertel der Haushalte mit Anschlüssen von 50 Megabit je Sekunde versorgt werden.

Ein Baustein der Breitbandstrategie ist die sogenannte "Digitale Dividende" - alte Rundfunkfrequenzen, die an die Mobilfunkbetreiber versteigert werden sollen. Sie sollen mobilen Breitbandverbindungen zum Durchbruch verhelfen und die Menschen überall dort versorgen, wo der Aufbau von festen Datenleitungen zu teuer ist. Geplant ist die Auktion für das zweite Quartal 2010.

Allerdings haben die kleineren Mobilfunkbetreiber o2 Telefonica und E-Plus bereits Klage eingereicht, weil sie sich benachteiligt sehen. Als sicher gilt, dass die Versteigerung nur einen Bruchteil der Erlöse der UMTS-Auktion zur Jahrtausendwende in die Staatskassen spülen wird. Damals nahm der Bund 50 Milliarden Euro ein.

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