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Barnes & Noble enttäuscht die Wallstreet

01.08.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wie sein Konkurrent Amazon.com in der vergangenen Woche hat nun auch Barnes & Noble.com die Erwartungen der Wallstreet enttäuscht: Der Online-Buchhandel, an dem Barnes & Noble und Bertelsmann zu je 40 Prozent beteiligt sind, meldete im zweiten Quartal mit 45,4 Millionen Dollar oder 31 Cent je Aktie einen mehr als doppelt so hohen Verlust wie noch ein Jahr zuvor (minus 22 Millionen Dollar). Analysten hatten lediglich mit einem Defizit von 18 Cent pro Anteilschein gerechnet. Der Umsatz wuchs im abgelaufenen Berichtszeitraum zwar um 76 Prozent auf 67,4 Millionen Dollar, blieb jedoch um rund fünf Millionen Dollar hinter den Prognosen zurück.

Steve Riggio, Vice-Chairman von Barnes & Noble.com, bemühte sich, sein Unternehmen von den Mitbewerbern zu differenzieren: "Wir haben 350 Millionen Dollar auf der Bank und keine Schulden. Unser Ziel ist es, in 24 Monaten profitabel zu wirtschaften." Ursache für das hohe Defizit im zweiten Quartal waren vor allem die gestiegenen Marketing- und Vertriebskosten, die im Vorjahresvergleich um zehn auf 31,6 Millionen Dollar zulegten. Zudem hatte Barnes & Noble.com 20 Millionen Dollar in den digitalen Content-Anbieter Mighty Words investiert.

Die Anleger reagierten verstimmt auf das Ergebnis: Im nachbörslichen Handel sank die Barnes & Noble.com-Aktie um 13 Prozent auf 4,44 Dollar.