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Bankrotter DSL-Anbieter zum Weitermachen verdonnert?

11.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der insolvente Breitband-Internet-Zugangsanbieter Rhythms aus Englewood, Colorado, will am heutigen Dienstagmittag seinen Service einstellen. Dieses Vorhaben könnte jedoch in letzter Minute von der US-Regulierungsbehörde FCC (Federal Communications Commission) durchkreuzt werden. Diese will Rhythms dazu bringen, seine Dienste zunächst weiter anzubieten. Dadurch sollen die Kunden des DSL-Anbieters mehr Zeit erhalten, sich einen neuen Dienstleister zu suchen. Über 35 Unternehmen haben der FCC zufolge dafür plädiert, das Rhythms-Netzwerk weiterzubetreiben, darunter Worldcom und Cisco Systems.

Auf der anderen Seite stehen jedoch die Rhythms-Gläubiger, die eine sofortige Abschaltung der Leitungen befürworten. Der Betrieb des Netzwerks kostet ihren Angaben zufolge 765.000 Dollar pro Tag. Je länger der Service weiterläuft, desto weniger Geld bleibt also für die Rückzahlung der Kredite. Zudem, so argumentieren die Geldgeber, hätten die Rhythms-Kunden lang genug Zeit gehabt, sich einen alternativen Dienstleister zu suchen. Bereits am 10. August hatten sie von der bevorstehenden Schließung des Providers erfahren. Die Angelegenheit soll nun vom zuständigen Konkursgericht in New York entschieden werden.