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Bahnbrechende Internet-Einigung in England

31.03.2000
Provider übernimmt Verantwortung für Inhalte

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der britische ISP (Internet-Service-Provider) Demon Internet hat sich im Rahmen einer denkwürdigen außergerichtlichen Einigung bereit erklärt, dem Physiker Laurence Godfrey Schadenersatz von rund 24 000 Dollar zu zahlen. Dazu kommen noch Gerichtskosten, die sich auf bis zu 318 000 Dollar belaufen könnten. Godfrey hatte den Provider verklagt, nachdem er in einer von Demon gehosteten Usenet-Newsgroup zum Thema Thailand beschimpft und beleidigt worden war. Er hatte die Company anschließend mehrfach ohne Erfolg aufgefordert, die entsprechenden Inhalte zu entfernen.

Die Mutterfirma von Demon, die schottische TK-Gruppe Thus, will die Einigung allerdings nicht als generelles Eingeständnis verstanden wissen, ISPs seien für die von ihnen vorgehaltenen Inhalte verantwortlich. Man wolle auf eine Änderung der britischen Gesetze hinwirken und erreichen, dass "die Regierung anerkennt, dass ein ISP nicht für die Millionen Informationseinheiten verantwortlich sein kann, die täglich über das Internet transportiert werden", erklärte das Unternehmen.