AVL List trickst den SAP-Standard aus

20.09.2006
Von Thomas Kircher
Dank eines speziellen Ersatzteil-Management-Systems erreichte der Automobilzulieferer weltweit einen Liefergrad von 98,5 Prozent innerhalb von 24 Stunden.

Produktbegleitende Dienstleistungen sind im wettbewerbsintensiven Umfeld eines Automobilzulieferers ein entscheidendes Differenzierungsmerkmal. Einer der wichtigsten Services besteht darin, die Kunden schnell mit Original-, Verbrauchs- und Ersatzteilen zu versorgen. Die AVL List GmbH mit Sitz im österreichischen Graz hat sich für diese Aufgabe ein klares Ziel gesetzt: Teilelieferungen innerhalb von 24 Stunden an jeden Ort der Welt.

Hier lesen Sie ...

  • warum beim Ersatzteilvertrieb der AVL List Handlungsbedarf bestand;

  • welche Gründe für eine Eigenentwicklung auf SAP-Basis sprachen;

  • auf welche Weise sich die speziellen Anforderungen im SAP-Standard umsetzen ließen;

  • wie die AVL-Kunden von der zweistufigen Verfügbarkeitsprüfung profitieren.

AVL List testet Motoren mittels modernster Mess- und Prüftechnik.
AVL List testet Motoren mittels modernster Mess- und Prüftechnik.

"Die Automobilbranche setzt hohe Standards für ihre Lieferanten", so Stefan Petritsch, Business-Development-Manager bei AVL List, "und als Marktführer im Bereich Mess- und Prüftechnik für die Motorenentwicklung müssen wir den Standard übertreffen." Die Realität sah allerdings geraume Zeit anders aus: Die Prozessketten wurden immer länger, weit verteilte Lagerorte erschwerten die Logistik, und die Bestandsführung erfolgte weitgehend "nach Gefühl". Uneinheitliche Lieferzeiten behinderten die Abläufe.

Im Rahmen einer strategischen Initiative zur Entwicklung eines eigenständigen Geschäftsbereichs "Customer Services" wurde im Jahr 2002 auch ein Projekt zur professionellen Ersatzteilversorgung gestartet. Sein Ziel bestand unter anderem darin, Ersatzteile weltweit auch über das Internet zu vertreiben. Neben einem eigenen Webshop sollte das geplante Ersatzteil-Management-System "AVL E-Spares" auch die Bestellabwicklung und die Lagerhaltung komplett abdecken.

Langwierige Softwaresuche

Gefordert waren die weltweite Anbindung sämtlicher Ersatzteillager und der Online-Zugriff darauf. "Wir haben mehrere Produkte miteinander verglichen, doch keine der existierenden IT-Lösungen konnte unsere Ansprüche erfüllen", berichtet Franz Holzer, Produkt-Manager Ersatzteile. Schließlich entschied sich AVL List, die Lösung auf der Grundlage von SAP R/3, Mysap CRM (Customer-Relationship-Management) sowie SAP APO (Advanced Planning and Optimization) selbst zu entwickeln.

Inhalt dieses Artikels