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Ausschluss von Regierungsaufträgen hätte für MCI schwerwiegende Folgen

12.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der zahlungsunfähige US-Carrier MCI (ehemals Worldcom) hat das zweite Mal innerhalb eines Monats seine Prognosen zurückgefahren: In einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC erklärte das Unternehmen, es rechne mit hohen Gewinn- und Umsatzausfällen, falls MCI längere Zeit nicht an Ausschreibungen für Regierungsaufträge teilnehmen darf. Sollte der Bann bis Juli 2004 andauern, werde das anvisierte Nettoergebnis für die nächsten drei Jahre um bis zu neun Prozent oder 250 Millionen Dollar sinken, so das Unternehmen. Der Umsatz würden um eine Milliarde Dollar zurückgehen. Dauere die Sperre nur bis November 2003 an, verliere MCI immerhin noch 95 Millionen Dollar Umsatz, das Ergebnis werde dadurch um 38 Millionen Dollar gesenkt, hieß es.

Die US-Regierungsbehörde hatte nach den jüngsten Vorwürfen wegen Abrechnungsbetrug gegen MCI entschieden, dass sich der TK-Konzern vorerst nicht an Ausschreibungen für neue Regierungsaufträge beteiligen dürfe. MCI wird vorgeworfen, es habe über neun Jahre hinweg Ferngespräche als Ortsgespräche ausgegeben, um lokalen Anbietern keine Durchleitungsgebühren zahlen zu müssen. Dabei habe der Carrier angeblich auch Gespräche von Regierungsbehörden, einschließlich des Verteidigungsministeriums, der US-Army sowie der US-Navy, über Kanada geleitet (Computerwoche online berichtete).

Um sich wieder für Regierungsaufträge zu qualifizieren, muss das Unternehmen nun unter Beweis zu stellen, dass es über die für Regierungsaufträge erforderlichen internen Kontrollsysteme und die nötige Geschäftsethik verfügt. Bestehende Serviceverträge mit der GSA sind davon zwar nicht betroffen, werden aber ohne die geforderte Qualifikation nicht verlängert oder erweitert (Computerwoche online berichtete). Die US-Administration ist mit einem Umsatzanteil von rund acht Prozent der wichtigste Einzelkunde von MCI. (mb)