Special Project von Google

Ausdruckbare Hülle macht Smartphones dumm

23.01.2020
Von 
Panagiotis Kolokythas arbeitet seit Juni 2000 für pcwelt.de. Seine Leidenschaft gilt IT-News, die er möglichst schnell und gründlich recherchiert an die Leser weitergeben möchte. Er hat den Überblick über die Entwicklungen in den wichtigsten Tech-Bereichen, entsprechend vielfältig ist das Themenspektrum seiner Artikel: Windows, Soft- und Freeware, Hardware, Smartphones, soziale Netzwerke, Web-Technologien, Smart Home, Gadgets, Drohnen… Er steht regelmäßig für PCWELT.tv vor der Kamera und hat ein eigenes wöchentliches IT-News-Videoformat: Tech-Up Weekly.
Google hat eine Hülle für Smartphones entwickelt, die deren Funktionen drastisch reduziert. Das steckt hinter dem Projekt.

Die Smartphone-Hersteller übertreffen sich mit immer mehr Geschwindigkeit, Funktionen und Extras. Dem wollen einige Google-Forscher mit dem experimentellen Digital-Wellbeing-Projekt "Envelope" entgegenwirken. Die Google-Entwickler haben mit Envelope ausdruckbare Hüllen für Smartphones erstellt und nun vorgestellt, deren Nutzung das Leben der Smartphone-Besitzer "einfacher" und "ruhiger" machen soll. Die Smartphone-Umschläge sollen den Nutzern dabei helfen, so heißt es, eine "Pause von der digitalen Welt" zu bekommen.

Envelope: Verschiedene Papierhüllen stehen zur Auswahl
Envelope: Verschiedene Papierhüllen stehen zur Auswahl
Foto: Google

Mit den ausdruckbaren Umschlägen kann ein Smartphone umwickelt werden. Anschließend besitzt das Gerät in Verbindung mit der Envelope-App nur noch grundlegende Funktionen zum Telefonieren. Aus einem Smartphone wird also letztendlich ein Art Nicht-mehr-smartes-Phone. Alternativ kann über Envelope nur noch auf die Foto- und Videofunktionen des Smartphones zugegriffen, wobei allerdings das Display verdeckt bleibt. Dadurch soll sich der Nutzer mehr darauf konzentrieren können, was vor der Kamera passiert und es dann schließlich als Foto oder Video aufnehmen.

Die Google-Website zum Envelope-Projekt trägt den Titel "Special Projects". Auf der Website liefern die Google-Entwickler mehr Details zum Envelope-Projekt. Dabei wird unter anderem darauf verwiesen, dass es immer mehr Smartphone-Nutzer gibt, die sich wünschen, dass von ihrem Gerät weniger Anreize ausgehen, es zu nutzen. Viele würden sogar so weit gehen, ein zweites Gerät mit stark reduziertem Funktionsumfang zu kaufen. Wie etwa alte Nokia-Geräte, die nur über ein kleines Display und Wähltasten verfügen.

So sieht eine ausgedruckte Envelope-Hülle aus
So sieht eine ausgedruckte Envelope-Hülle aus
Foto: Google

Verschiedene Papier-Umschläge stehen zur Auswahl

Dieses Verlangen der Nutzer habe zu der Idee für Envelope geführt. Den Nutzern stehen eine Reihe von solchen Umschlägen zur Auswahl, je nachdem was sich der Smartphone-Besitzer für die Nutzung seines Geräts gerade wünsche. Zusätzlich muss auf dem Gerät auch noch die Envelope-App installiert sein. Das diese Hüllen sich einfach ausdrucken lassen, habe zudem Vorteile. "Das Wunderbare an Papier ist, dass Licht durch es hindurch scheinen kann, was es uns ermöglichte, eine herrlich ruhige, aber magische Benutzeroberfläche zu entwerfen, bei der die gedruckten Knöpfe leuchten, sobald sie gedrückt werden", heißt es.

Trotz der darübergelegten Papierhülle funktioniert der Touchscreen weiter. Auch der Fingerabdruck-Sensor ist weiterhin nutzbar. Die Oberfläche von Envelope ist für Smartphone mit OLED-Display optimiert und schont die Batterie des Geräts selbst dann, wenn die Oberfläche den ganzen Tag genutzt wird.

Die Envelope-App ist hier im Google Play Store für Android erhältlich. Allerdings: Derzeit wird nur das Google Pixel 3a unterstützt. (PC-Welt)