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Auktion von Patenten zum Online-Handel sorgt die E-Commerce-Branche

17.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der einstige Börsenstar Commerce One, Hersteller von E-Procurement- und Marktplatzsoftware sowie Betreiber von Online-Marktplätzen, ist pleite. Nun sollen die 39 Patente des Softwareanbieters versteigert werden. Die Auktion endet am 6. Dezember. Das Mindestgebot liegt bei einer Millionen Dollar.

Zu den Patenten zählen unter anderem Spezifikationen von elektronischen Dokumenten für den Online-Handel, die auf der Extensible Markup Language (XML) aufsetzen. Nun gibt es einem Bericht der "New York Times" zufolge Befürchtungen, die Käufer dieser geschützten Spezifikationen könnten von Firmen, die Internet-Handel betreiben oder Systeme entwickeln, die dies ermöglichen, Lizenzgebühren einfordern. Dies könnte somit auch IBM und Microsoft treffen, da sie E-Commerce-Lösungen vertreiben. Beide Hersteller wollten sich zu dem Sachverhalt jedoch nicht äußern, da es sich zumindest im Augenblick um reine Spekulationen handelt.

Doch so weit hergeholt sind diese Vermutungen offenbar nicht. Zu den Mitbietern zählt eine Anwaltskanzlei aus dem Silicon Valley namens Haynes Beffel & Wolfeld. Ein Partner der Kanzlei, Mark Haynes, hatte in einem früheren Job die Patentschriften für Commerce One verfasst. (fn)