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Auch Oracle setzt verstärkt auf J2EE-Frameworks

07.04.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit der kommenden Version seiner "Jdeveloper"-Suite wird Oracle das "Application Development Framework" (ADF) ausliefern, mit dem sich J2EE-basierende (Java 2 Enterprise Edition) Anwendungen im Drag-and-drop-Verfahren erstellen lassen sollen. Zuvor hatte Oracle mit Business Objects for Java (BC4J) und User Interface XML (UIX) bereits zwei weitere Frameworks eingeführt. Ted Farrell, Architect and Director of Strategy for Application Development Tools, erklärte, Oracle wolle auf diese Weise die Entwicklung vereinfachen und so mehr Entwickler ansprechen. Von geschätzt neun Millionen Softwareentwicklern sind laut "Computerwire" nur geschätzte 1,5 Millionen Java-Developer. "Unter diesen gibt es nur sehr wenige, die die Technik von J2EE kennen", sagte Farrell.

ADF erlaube das Erstellen JSP-basierender (Java Server Pages) Web-Seiten mittels grafischer Controls und die Verknüpfung von Seiten per Drag and drop, wobei die darunterliegenden Elemente automatisch verknüpft werden. "Zurzeit gibt es seine Menge Synchronisierung und Caching von Code. Solche Dinge kann das ADF übernehmen", so Farrell. Elemente von BC4J sollten außerdem zwecks Daten-Management auf den Presentation Layer ausgedehnt werden.

Mit dem verstärkten Einsatz von Frameworks folgt Oracle dem Beispiel von Bea Systems, das im Java-Umfeld diesen Trend mit seinem "Weblogic Workshop" eingeläutet hatte. Gerüchten zufolge arbeitet auch Sun Microsystems an ähnlichen Tools (Computerwoche online berichtete). Vorgemacht hatte die Simpel-Programmierung allerdings Microsoft mit seinem "Visual Basic".

Farrell erklärte, die Industrie habe erkannt, dass J2EE nicht nur eine ausgereifte Runtime-, sondern auch eine entsprechende Entwicklungsplattform werden müsse. "Der Branche ist bewusst, dass J2EE eine laufzeitzentrierte Technik ist. Jetzt sind wir an dem Punkt angelangt, wo die Tools anfangen gleichzuziehen." Eine Preview-Version des kommenden Jdeveloper soll auf der Sun-Entwicklerkonferenz JavaOne im kommenden Juni in San Francisco gezeigt werden. (tc)