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Auch Microsoft plant eine digitale Bibliothek

26.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft will zukünftig ebenfalls die Online-Suche über Bücher und andere Schriften anbieten. Der Konzern geht dabei allerdings einen anderen Weg als Konkurrent Google, um Streitigkeiten über Urheberrechtsfragen zu vermeiden. Microsoft fokussiert sich dazu zunächst auf Werke, die bereits zur Public Domain gehören, und arbeitet dabei mit der Organisation Open Content Alliance zusammen.

Nutzer sollen damit Zugriff auf zunächst rund 150.000 Quellen erhalten. Eine Testversion der "MSN Book Search" soll im kommenden Jahr starten. Es gebe aber auch Gespräche mit Verlagen und Bibliotheken, um zukünftig weitere Inhalten zu erschließen, erklärte Danielle Tiedt, General Manager of Search Content Acquisition in der MSN-Sparte.

Unterdessen vermeldet die "Chip", dass die deutschsprachige Version von "Google Print" das Buch "Mein Kampf" von Adolf Hitler in einer englischsprachigen Version auflistet und auch in Auszügen zur Lektüre anbietet. Das sei eine "an Ignoranz grenzende Unsensibilität", schreiben die Kollegen. Erst vor wenigen Monaten sei Google News in die Kritik geraten, weil das automatisierte Nachrichtenportal auch Meldungen der rechten "National Zeitung" veröffentlicht habe.

Es sei Googles selbstgestellte Aufgabe, Zugang zu Informationen zu verschaffen, heißt es weiter. Doch gehe das Unternehmen dabei offenbar von Land zu Land unterschiedlich vor - in China beispielsweise filtere es regierungskritische Seiten aus seinen Suchergebnissen heraus. (tc)