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Ars Electronica: Das Ende von Microsoft? Fliegen Autos?

02.09.2004

Vom heutigen Donnerstag an bis zum 7. September 2004 findet im österreichischen Linz die Ars Electronica statt. Dieses Jahr steht das Festival für Technik und Kunst unter dem Thema "Timeshift - Die Welt in 25 Jahren". Eine der wesentlichen Fragen von zahlreichen Symposien und Diskussionsrunden wird sein, ob die zunehmende Verfügbarkeit von Informationen zu jeder Zeit und an jedem Ort sowie große Technikentwicklungen der vergangenen zweieinhalb Jahrzehnte die Menschheit in ihrer intellektuellen Entwicklung vorangebracht haben. Oder ob aller vordergründige Fortschritt nur immer mehr Menschen in Verwirrung führt ob der zunehmenden Undurchschaubarkeit der Welt.

Gerfried Stocker, der künstlerische Leiter der Ars Electronica, wies auf einen weiteren Höhepunkt hin, der als kulturelles Experiment gelten soll. Auf der Homepage der österreichischen Veranstaltung können Internet-Surfer ihre Meinung darüber abgeben, was wohl in 25 Jahren Realität geworden sein wird. Bis zum 7. September, dem letzten Tag des diesjährigen Kulturfestivals, kann jeder seine Vision auf der Timeline+25 veröffentlichen.

Zu den bislang geäußerten Prognosen gehören fliegende Autos, Hovercraft-Systeme für die persönliche Nutzung, das Ende von Microsoft oder eine weltweit gültige Währung. Ein Zukunftsdenker prognostiziert, dass der Staat Israel nach Baja California umgesiedelt werden wird, auf die Landzunge also, die vom Golf von Kalifornien und dem Pazifik umgeben ist. Ein Antiutopist sieht eine düstere Zukunft auf die Menschheit zukommen: Diese werde wegen rigider Sicherheitsbestimmungen aber auch wegen extremer Urheberrechts- und Patentregulierungen auf ein dunkles Technikzeitalter zusteuern. Nach dem 7. September sind keine Eintragungen in Timeline+25 mehr möglich, die Beiträge lassen sich aber in einem Online-Archiv nachlesen.

In unterschiedlichen Podiumsdiskussionen und Symposien wollen sich zudem Künstler, Wissenschaftler, Hacker und andere Experten des Computerzeitalters darüber die Köpfe heiß reden, welche Ideen, Entwicklungen und Techniken von Bedeutung für die Menschheit sind. Haben etwa das Internet oder die Open-Source-Bewegung, digitale Gemeinschaften, Urheberrechte auf kreative Arbeiten oder Softwareentwicklungen oder andere Konzepte einen nachhaltigen Einfluss gehabt? All diese Fragen werden auf der Ars Electronica Thema sein. Für Spannung und hochinteressante Auseinandersetzungen ist also in den kommenden Tagen in Linz ganz sicher gesorgt. (jm)