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Ariba-Chef: "Ich weiß nicht, wann wir die Gewinnzone erreichen"

25.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der B2B-Softwareanbieter Ariba hat in seinem vierten Geschäftsquartal ein Nettodefizit von 224,3 Millionen Dollar oder 89 Cent je Aktie gemeldet. Damit fällt der Verlust um rund 115 Millionen Dollar geringer aus als noch im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Ohne Berücksichtigung außergewöhnlicher Kosten für Restrukturierungen und Akquisitionen verzeichnete der E-Procurement-Spezialist ein Minus von 27,7 Millionen Dollar oder elf Cent pro Anteilschein. Analysten hatten nach einer Umfrage von First Call/Thomson Financial mit einem operativen Verlust von 13 Cent je Aktie gerechnet.

Der Umsatz fiel im Jahresvergleich um 54 Prozent auf 62,6 Millionen Dollar. In der vergangenen Woche hatte Ariba den Analysten noch mitgeteilt, die Einnahmen würden wahrscheinlich über den von ihnen erwarteten 59,4 Millionen Dollar liegen.

Im gesamten Geschäftsjahr 2001 verzeichnete das kalifornische Unternehmen einen Umsatz von 408,8 Millionen Dollar, was einer Steigerung von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Nettoverlust betrug 2,7 Milliarden Dollar oder 10,96 Dollar je Aktie. Im Geschäftsjahr 2000 lag das Nettodefizit bei 792,8 Millionen Dollar oder 4,10 Dollar pro Anteilschein.

Aribas frisch gebackener Chief Executive Officer Robert Calderoni wollte keinerlei Prognosen dazu abgeben, wann das Unternehmen die Gewinnzone erreichen könnte. Der Manager, der erst in der vergangenen Woche vom Controller zum Firmenchef befördert worden war (Computerwoche online berichtete), erklärte jedoch, die operativen Kosten sollen im ersten Geschäftsquartal 2002 bei 60 bis 65 Millionen Dollar liegen. "Profitabilität ist in Reichweite", fügte er hinzu. Im Augenblick besitze Ariba rund 296 Millionen Dollar in bar. Calderoni rechnet nicht damit, dass die Reserven im kommenden Jahr unter die 250-Millionen-Dollar-Marke sinken werde.

Trotz des Umsatzrückgangs reagierten die Anleger erfreut auf die vor dem gestrigen Handelsschluss veröffentlichen Nachrichten: Das Ariba-Papier stieg um 6,2 Prozent und notierte bei 3,09 Dollar. Im nachbörslichen Handel legte die Aktie um weitere 2,6 Prozent auf 3,17 Dollar zu.